Karmayoga bedeutet wörtlich übersetzt den Weg der Vereinigung (Yoga) durch das Handeln. Doch in der Vedanta Philosophie bedeutet das Wort Karma sowohl Handlung als auch die Auswirkungen einer solchen Handlung. Karma-Yoga ist der "Yoga der Tat" und bedeutet ein Handeln, ohne Anhaftung an seine Taten. Karmayoga wird oft auch als Yoga des selbstlosen (altruistischen) Dienstes verstanden.
Gandhi, der wohl berühmteste Karmayogi sagt dazu: "Er (der Kenner der Bhagavad Gita) ist nicht beeinflusst von den Geschehnissen und er reagiert natürlich auf sie und tut seine Pflicht angetrieben von dem grossen Maschinisten genauso wie ein Teil einer Maschine in guter Weise automatisch auf den Anruf des Maschinisten reagiert. Es ist die schwierigste Sache für ein intelligentes Wesen, sich wie eine Maschine zu verhalten. Und doch, wenn man selbstlos werden will, ist es genau das, was derjenige, der Vervollkommnung wünscht, werden muss. Der lebenswichtige Unterschied aber zwischen einer Maschine und einem Menschen ist, dass die Maschine leblos und der Mensch voll von Leben ist und er wird nur in voller Achtsamkeit in den Händen des Meistermechanikers wie zum Teil dieser Maschine. Krishna sagt in so vielen Wörtern, dass Gott alle Wesen verschiebt, als ob sie ein Teil einer Maschine wären." (Bapu's Briefe an Mira, Seiten 238-239)
Karma und Reinkarnation (Handlung und die Reaktion auf die Handlung, die Wiedergeburt) sind universell und haben nichts mit einer bestimmten Religion oder "institutionalisierten Spiritualität" zu tun.
Es handelt sich hier um wissenschaftlich bewiesene (siehe unten) Naturgesetze. Sie sind bekannt in allen Kulturen, und sie haben ihre Wirkung auf alle Menschen und Lebewesen, auf den Hindu, auf den Christen und den Moslem, auf den Westler und auf den Asiaten, Afrikaner, Amerikaner usw. Über die Hälfte der Menschheit glaubt an Karma und Reinkarnation, dennoch es ist nicht nur ein Hindu- oder Bhuddisten-Glauben. In allen Weltreligionen finden wir Spuren davon, sei es offen oder in Form von Geheimlehren.
In Fachkreisen gilt Dr. Ian Stevenson als der Vater einer wissenschaftlichen Erforschung der Reinkarnation.
Sieben Erkenntnisse aus Karma und Reinkarnation:
Die logische Antwort ist; es ist frei innerhalb eines klar bestimmten Aktionsradius. In ähnlicher Weise ist unser Erkenntnis-, Freiheits- und Aktionsradius durch unser Karma bestimmt, also durch unsere früheren Handlungen, ausgeführt mit einem damaligen mehr oder weniger grossen Aktionsradius oder eben "karmischen Freiheitsradius".
Aber wenn es in die andere Richtung um den Baum läuft, wird sein Aktionsradius wieder zunehmen.
Alle asiatischen Kulturen und
Religionen – so verschieden sie auch sein mögen – zeichnen sich insbesondere
durch eine Gemeinsamkeit aus: durch ihre Kenntnis der
Gesetzmäßigkeiten von Karma und Reinkarnation. (Diesem und wohl einzig
diesem Umstand ist es übrigens auch zuzuschreiben, daß der
Reinkarnationsgedanke bei uns zuweilen auch heute noch fälschlicherweise für
etwas Östliches, etwas Asiatisches und somit für etwas „Fremdes“ gehalten
wird.)
Zu den asiatischen Religionen,
die sich zur Reinkarnation bekennen, zählen vornehmlich die beiden großen,
Hinduismus und Buddhismus, die beide ihren Ursprung in Indien haben.
Es gehören aber auch die indischen Religionen des Jainismus und des
Sikhismus dazu sowie der persische Zoroastrismus, der chinesische
Konfuzianismus und Taoismus, der tibetische Lamaismus und
der japanische Shintoismus – um nur die wichtigsten zu nennen (siehe
obenstehendes Schema „Die zehn Weltreligionen“).
Da wir uns in diesem Kapitel
insbesondere mit der Entwicklung des Reinkarnationsgedankens in der
abendländischen Geisteswelt beschäftigen möchten, werde ich mich hier auf
diesen einen berühmten Ausspruch des Gautama Buddha beschränken:
Als ich zu vollkommener Schauung
gelangt war, da erinnerte ich mich an meine früheren Daseinsformen, an ein, an
zwei, an tausend Leben. Dort war ich, jene Namen hatte ich, jener Familie
gehörte ich an, das war mein Beruf, solches wohl und mehr habe ich erfahren.
Zum Reinkarnationsgedanken im Judentum und im Alten Testament
Um es gleich vorwegzunehmen: Die
Hauptströmungen der drei semitischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam)
anerkennen heute den Reinkarnationsgedanken offiziell nicht.
Dennoch finden sich bei allen drei in zahlreichen einzelnen Gruppierungen und
Traditionen der Vergangenheit wie auch der Gegenwart eindeutige Hinweise auf
diese Lehre.
Im Falle des Judentums, aus dem
sich die beiden anderen entwickelten, wird im „Bertelsmann-Lexikon des
Judentums“ unter dem Stichwort Seelenwanderung eine Wiederverkörperung
der Seele erwähnt, die in Hebräisch Gilgul genannt wird, wörtlich „das
Rollen“. (Interessanterweise ist dieses Wort verwandt mit dem hebräischen
Galgal, „das Rad“; das gleiche Bild des sich immerfort drehenden Rades kommt
auch im Sanskritwort für Reinkarnation, Samsara, zum Ausdruck.)
Der jüdische Philosoph Prof.
Friedrich Weinreb (1910–1988), einer der größten Kenner des alten
Judentums, erklärt diesen Begriff „Gilgul“ in seinem Werk „Das Buch Jonah – nach
der ältesten jüdischen Überlieferung“. Im Kapitel „Gilgul, mißverstandene
Reinkarnation“ (S. 100–103) schreibt er, der jüdische Begriff für die ewige
göttliche Geistseele, Neschamah (hebräisch, wörtlich „Atem, Hauch“),
bezeichne den in jedem Menschen gleichermaßen vorhandenen, unzerstörbaren
und vollkommenen Gottesfunken, der sich einmal als diese, einmal als jene
historische Persönlichkeit auf der Erde inkarniert. Eine solche „Inkarnation“
heiße dann Gilgul. (Auf Seite 104 erwähnt Weinreb z.B. vier „Gilguls“ der
Eva: Sarah, Channah, die Schunamitische aus 2 Kön 4 und die Witwe von Zarpath.)
Klar hebt Weinreb bei seiner Beschreibung auch die Notwendigkeit der Rückkehr
des Menschen aus der diesseitigen Welt in das jenseitige Königreich Gottes
hervor.
David Schweizer,
Präsident der Zionistischen Vereinigung Basel, schreibt (in einem Leserbrief zum
Artikel „Eine Reinkarnation wirbelt Staub auf“, BaZ Nr. 120, 6. Juni 1998):
In diesem Artikel wird
behauptet, daß die Mehrheit der religiösen Juden nicht an Reinkarnation glaubt.
Das ist falsch. Die Wiederverkörperung (Gilgul) ist im religiösen Judentum
weitgehend anerkannt. Für die chassidischen Juden ist der Glaube an
Reinkarnation ein zentrales Element ihres religiösen Selbstverständnisses.
Sie bildeten vor dem Holocaust die Mehrheit des europäischen Judentums und
sind auch heute eine der größten jüdischen Gruppierungen.
Und der jüdische Gelehrte
Rabbi Jacob N. Shimmel, Gründer und Leiter der „Torah and Talmud Beth
Rabbinical Association“ in New York, sagt:
Der Glaube an die Reinkarnation
gehört eigentlich zu den Grundsätzen des Judentums. Doch heutzutage ist dieses
Thema nahezu tabu, da sich seine Behandlung mehr oder weniger auf die
kabbalistische Literatur, die Mystik, beschränkt... In Hebräisch wird die
Reinkarnation „Gilgul“ genannt, ja es gibt sogar einen ganzen Abschnitt
innerhalb der Kabbala, der Sefer HaGilgulim heißt. Dort werden die
Einzelheiten in bezug auf die Reinkarnationslehre erörtert. Es heißt dort zum
Beispiel, daß es möglich ist, als Tier, als Baum, als Insekt und sogar als eine
gewisse Art von Stein wiedergeboren zu werden. Dennoch gehört die
Seelenwanderung nicht zu den zentralen Lehren des Judentums, denn wir legen in
unserer Spiritualität in erster Linie Nachdruck auf das Hier und Jetzt. (in: „Om
Shalom“, 1990, S. 24)
Das orthodoxe Judentum kennt
insbesondere drei heilige Schriften, die wir nun im Hinblick auf den
Reinkarnationsgedanken kurz untersuchen möchten:
1. Das Alte Testament
2. Der Talmud
3. Der Sohar (Kabbala)
Das Alte Testament.
Dennoch wird aus der Gesamtschau
ersichtlich, daß gewisse Kenntnisse dieser Gesetzmäßigkeiten bereits beim
alten jüdischen Volk vorhanden waren. So deutet beispielsweise der folgende Vers
aus dem ersten Buch Mose auf ein vages Verständnis der Karma-Gesetze hin:
„Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut wird durch Menschen vergossen“ (Gen
9,6). Auch wird die Präexistenz der Seele von Salomo im Buch der Weisheit
bestätigt: „Ich war ein begabtes Kind und hatte eine gute Seele erhalten, oder
vielmehr: gut, wie ich war, kam ich in einen unverdorbenen Leib“ (Weish
8,19–20). Und beim Propheten Jeremias heißt es: „Das Wort des Herrn erging an
mich: Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch
ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten
für die Völker habe ich dich bestimmt“ (Jer 1,4–5).
Eine berühmte Stelle, die
zuweilen aus dem Zusammenhang gerissen und als Beweis gegen die
Reinkarnation angeführt wird, findet sich ebenfalls im Buch der Weisheit:
„Unsere Zeit geht vorüber wie ein Schatten, unser Ende wiederholt sich nicht;
es ist versiegelt, und keiner kommt zurück.“ (Weish 2,5) Doch gilt es hier zu
beachten, daß diese Stelle aus der „Rede der gottlosen Frevler“ stammt, die
wenige Verse später verurteilt wird: „So denken sie [die Frevler], aber sie
irren sich; denn ihre Schlechtigkeit macht sie blind. Sie verstehen von Gottes
Geheimnissen nichts, sie hoffen nicht auf Lohn für die Frömmigkeit und erwarten
keine Auszeichnung für untadelige Seelen.“ (Weish 2,21–22)
Im richtigen Zusammenhang
betrachtet, entpuppt sich diese Bibelstelle als vorsichtiger Beweis für
das Weiterleben nach dem Tode und dafür, daß wir uns gemäß der Karma-Gesetze für
unsere Taten vor Gott werden verantworten müssen. Jemand, der diese Wahrheit
nicht akzeptiert, „versteht nichts von Gottes Geheimnissen“, sagt der Verfasser
der Weisheit.
Im Buch des Propheten Ezechiel
(entstanden um 600 v.u.Z.) wird sogar die Wiederkunft (Reinkarnation) König
Davids angekündigt, der vier Jahrhunderte zuvor gelebt hatte: „Gott sprach: Ich
setze für sie einen einzigen Hirten ein, der sie auf die Weide führt, meinen
Knecht David. Er wird sie weiden, und er wird ihr Hirt sein. Ich selbst, der
Herr, werde ihr Gott sein, und mein Knecht David wird in ihrer Mitte der Fürst
sein.“ (Ez 34,23–24)
Die wohl eindeutigste
alttestamentarische Textstelle finden wir schließlich in einem Gebet des Mose
im Psalter: „Du läßt die Menschen zurückkehren zum Staub und sprichst: Kommt
wieder, ihr Menschen! Denn tausend Jahre sind für dich wie der Tag, der gestern
vergangen ist, wie eine Wache in der Nacht.“ (Ps 90,3–4)
Der Talmud
Der Talmud (hebräisch,
wörtlich „die Lehre, die Wissenschaft“) ist ein Sammelwerk rabbinischer
Kommentare zum jüdischen Glauben und zur Tradition desselben. Er enthält die
Auslegungen, Anwendungen und Weiterbildungen der mosaischen Gesetze der Thora.
Mit dem Begriff Thora (hebr., wörtlich „das Gesetz“) bezeichnet das
Judentum die fünf Bücher Mose des Alten Testaments (griech. auch Pentateuch,
wörtlich „Fünfrollenbuch“, genannt). Während die Thora das „geschriebene
Gesetz“ darstellt, versteht man unter dem Talmud das „ungeschriebene“, von
verschiedenen Rabbinerschulen mündlich weitergegebene Gesetz, das laut
Überlieferung ursprünglich – ebenso wie die Thora – von Mose (13. Jh. v.u.Z.)
stammt. Erst später, beginnend im 6. Jahrhundert v.u.Z., wurden die Lehren des
Talmud schriftlich in Aramäisch und Hebräisch niedergelegt (abgeschlossen im
5. Jh. n.u.Z.).
Im spätantiken Judentum und im
Talmud finden sich eindeutige Aussagen bezüglich des Auferstehungsglaubens, in
letzterem auch über die Präexistenz der Seele, sowie zahlreiche Hinweise auf
eine Art Seelenwanderung, wenn es beispielsweise heißt, Abels Seele sei in Seths
Körper und von dort in Moses übergegangen. Der jüdische Geschichtsschreiber
Josephus Flavius, ein Zeitgenosse Jesu, berichtet in seinen „Jüdischen
Altertümern“, daß ein Großteil der Juden seiner Zeit an die Seelenwanderung
glaubte, insbesondere die Gemeinden der Essener und Nazarener, aus
deren Kreis Johannes der Täufer und, zumindest ideologisch, auch Jesus
hervorgingen. Nach Josephus waren die Pharisäer der Ansicht, daß die
unsterbliche Seele im Jenseits ein Stadium vergeltenden Ausgleichs
durchschreite, wonach für die Tugendhaften die Wiedergeburt in einem neuen
Körper erfreulicher sei als für die Sündhaften.
Die traditionellen Anhänger des
Talmud nahmen an, Gott habe nur eine bestimmte Anzahl von Judenseelen
geschaffen, die daher immer wieder geboren würden, solange es Juden gäbe.
Bisweilen würden sie auch zur Strafe in Tierkörper versetzt, seien aber am Tage
der Auferstehung alle gereinigt und würden in den Leibern der Gerechten ins
Gelobte Land zurückkehren.
Im Buch des Israeliten
Schalom Ben-Chorin (1913–1999) mit dem Titel „Bruder Jesus, der Nazarener in
jüdischer Sicht“ (1967) wird bestätigt, daß der Reinkarnationsgedanke im
Judentum der Zeit Jesu offensichtlich Volksglaube gewesen war. Im Talmud fänden
sich, wie der Autor schreibt, oft Notizen, „die auf einen Seelenwanderungs-
oder Wiedergeburtsglauben schließen lassen, wie etwa die Bemerkung: Mordechai,
das ist Samuel! Hier will gesagt sein, daß der Jude Mordechai, der Onkel der
Königin Esther, eine Wiedergeburt des Propheten Samuel war.“
Ben-Chorin bemerkt weiter, daß
die Reinkarnationslehre vor allem in der jüdischen Mystik, der Kabbala,
weiterentwickelt worden und später auch in den chassidischen Volksglauben
eingegangen sei. Nach dieser Vorstellung würde der Mensch mehrfach
wiedergeboren, wobei er einen Gilgul-Neschamah (eine Seelenwanderung)
durchmache oder sich einer anderen Seele „anhefte“ (Ibbur-Neschamah);
dies dauere so lange, bis er seinen Tikkun, seine Erlösung, gefunden
habe. Ben-Chorin schreibt dazu:
Es bleibe hier unerörtert, wie
alt diese Vorstellungen [der Reinkarnation] im Judentum sind. Nach der
Tradition gehen sie freilich auf die Urtage der Menschheit zurück und wurden
vorwiegend durch Rabbi Simon ben Jochai, einen Zeitgenossen Rabbi Akibas, in dem
ihm zugeschriebenen Buch Sohar offenbart. Wir wissen heute freilich, daß der
Sohar ein mittelalterliches Werk darstellt, aber das schließt nicht aus, daß
hier alte Traditionen verarbeitet wurden. (S. 25)
Der Sohar (Kabbala).
Der Sohar (hebräisch,
auch Zohar oder Sepher ha Sohar genannt; wörtlich „das Buch des
Glanzes“) bildet das Hauptwerk der Kabbala und stellt einen Kommentar zur Thora
dar. Die Überlieferung besagt, daß der Sohar ursprünglich auf den jüdischen
Theosophen Rabbi Simon ben Jochai (1. Jh.) zurückgeht, während die
modernen Gelehrten seine Entstehung auf das Jahr 1280 legen, als der Sohar von
Rabbi Moses de Leon in Spanien veröffentlicht wurde. Seine spätere
Ausprägung erfuhr der Sohar vor allem durch einen Kommentar von Rabbi Isaak
Luria (1534–1572; „palästinensische Kabbala“).
Die Kabbala enthält eine
ausgeprägte Seelenwanderungslehre, die als allgemeines Gesetz dargestellt wird.
Ihre Lehre besagt, daß der Mensch ursprünglich von Gott ausgegangen sei und
letztlich zu Ihm zurückkehren müsse, um die verlorene Unsterblichkeit
wiederzugewinnen. Hierzu sei es notwendig, sich so oft wieder zu inkarnieren,
bis dieser Reifegrad erreicht sei, wobei die Inkarnationen auch im Tier- und
Pflanzenreich stattfinden können. Im Sohar heißt es:
Die Seelen müssen wieder in das
absolute Dasein eintreten, aus dem sie hervorgegangen sind. Aber um dies zu
erreichen, müssen sie alle Vollkommenheiten entwickeln, die sie in Samenform
bereits in sich tragen. Wenn sie diese Bedingungen während eines Lebens nicht
erfüllen, müssen sie ein weiteres Leben beginnen, dann ein drittes usw., bis
sie den Zustand erreicht haben, in dem sie sich wieder mit Gott vereinen können.
Und:
Alle Seelen sind der Wanderung
unterworfen, aber die meisten kennen weder den Weg noch das zugrunde liegende
Gesetz, nach welchem sie nach dem Tode und ebenso vor der neuen Verkörperung das
Gericht durchschreiten.
Zur Seelenwanderungslehre in der
Kabbala schreibt der Schweizer Religionswissenschaftler Dr. Richard Friedli
in „Zwischen Himmel und Hölle – Die Reinkarnation“:
Der Glaube an die Metempsychosis
wird auch als eine rationale Erklärung für abwesende oder mangelnde
Gerechtigkeit gebraucht. Seelenwanderung gibt dann eine Antwort auf die
Frage nach dem „Warum des Leidens“ in der Welt – besonders auf die Frage nach
dem Leiden des Gerechten. Das aktuelle Leiden eines gerechten Menschen wird
somit als die Buße für im vorausgehenden Gilgul verübte Sünden interpretiert.
Das Buch Job liest sich dann nach dem Modell der Seelenwanderung.
Das Gesetz der reinigenden
Seelenwanderung ist zwar unerbittlich, aber es ist auch ein Zeichen von Gottes
Erbarmen, von dem niemand für immer ausgeschlossen ist. Je nach Temperament
unterstreichen Kabbalisten mehr die Dimension der Gerechtigkeit oder mehr jene
des Erbarmens – so oder so ist die Seelenwanderung die Reinigung der Seele
und eine Chance, in einem neuen Anlauf und Versuch die Taten zu verbessern. (S.
37)
Chassidismus.
Der Sinn der Wiederkehr ist, daß
sich die Einzigkeit – dieses wesentliche Gut des Menschen – von Leben zu
Leben immer mehr reinige und vollkommen werde und daß in jedem neuen Dasein der
Wiederkehrende in ungetrübter Unvergleichbarkeit erstehe.
Der Islam (arabisch,
wörtlich „Gehorsam, Ergebung an Gott“) ist die von dem Propheten Mohammed
(570–632) verkündete monotheistische Religion der Hingabe des Menschen an den
einzigen allmächtigen Gott (arab. Allah). Die heilige Schrift des Islam
stellt der von Gott durch Mohammed persönlich offenbarte Koran (arab. Qur’an,
wörtlich „die Verkündigung“) dar, der in 114 „Suren“ aufgegliedert ist, welche
ihrerseits der Länge nach geordnet sind. In der 2. Sure finden wir folgende
interessante Aussage:
Wie könnt ihr an Gott nicht
glauben, wo ihr doch tot waret und Er euch lebendig gemacht hat und Er euch
dann wieder sterben läßt und darauf wieder lebendig macht. Er ist es, der euch
alles, was auf der Erde ist, geschaffen hat. ... Er weiß über alles Bescheid.
(2. Sure, Vers 28–29)
Der Islam weist manche
Entlehnung aus Judentum und Christentum auf, ist jedoch durch eine starke
Vereinfachung religiöser Fragen gekennzeichnet. Die Anhänger des Islam, die
Moslems, glauben an die Vorherbestimmung der Handlungen und Schicksale der
Menschen durch Allah, an ein Weiterleben nach dem Tode, an die Vergeltung der
guten und schlechten Taten in Paradies bzw. Hölle sowie an die Auferstehung der
Toten am „Jüngsten Tag“.
Eine ausformulierte
Reinkarnationslehre hingegen ist in der offiziellen islamischen Religion heute
nicht zu finden, wohl aber – wie bereits im Judentum und im Christentum – bei
zahlreichen einzelnen esoterischen Gruppierungen.
Sufismus.
Die Sufi-Lehre besagt in bezug
auf das Weiterleben nach dem Tode, daß der Tod für den Menschen kein Verlust
sei, da die unsterbliche Seele unablässig im Zyklus der Wiedergeburten durch
verschiedene Körperformen wandere, um sich so allmählich zu erheben. Diese
Auffassung kommt in dem folgenden, immer wieder angeführten Gedicht des
berühmten Sufi-Mystikers Djelal ed-din Rumi (1207–1273) in anschaulicher
Weise zum Ausdruck:
Ich starb als Stein und wurde
Pflanze;
Ich starb als Pflanze und wurde
Tier;
Ich starb als Tier und wurde zum
Menschen.
Warum sollte ich mich also
fürchten?
Wurde ich jemals geringer durch
den Tod?
Einstmals werde ich als Mensch
sterben, und
Werde ein Wesen aus Licht, ein
Engel des Traums.
Aber mein Weg führt weiter –
Alles außer Gott verschwindet.
Ich werde, was niemand gesehen
oder gehört hat;
Ich werde Stern über allen
Sternen
Und strahle über Geburt und Tod.
Andere islamische
Traditionen.
...So sind die Vertreter eines
Hauptstromes des Schiismus, die Ismailiten, davon überzeugt, daß die
Seelen sich in der Welt von Geburt und Tod, von Entstehen und Vergehen
abmühen, bis sie den „verborgenen Imam“ erkennen, der die Welt regiert. Dann
erheben sich die Seelen in die Welt des Lichtglanzes.
Die Nusairier glauben,
daß die Sünder ihrer Gemeinschaft als Juden, sunnitische Muslime oder Christen
wiedergeboren werden. Die Ungläubigen, welche in Ali – Vetter des Propheten
Muhammad und Gatte seiner Tochter Fatima – nicht den großen Weisen erkennen
wollen, kehren als Kamele, Maultiere, Esel, Hunde oder andere Tiere zurück.
Nach der Lehre der Nusairier gibt es sieben Grade der Seelenwanderung, und die
gläubige Seele, welche diese Bereiche durchlaufen hat, steigt zu den Sternen
auf, woher sie ursprünglich auch gekommen war.
Die Drusen, die im
südlichen Libanon leben, haben einen Teil dieser volkstümlichen
Seelenwanderungs-Vorstellungen übernommen. Sie gehen davon aus, daß die
Seelen der Feinde Alis sich als Hunde, Affen oder Schweine wiederverkörpern.
Der deutsche Historiker Uwe
Topper (*1940), Autor zahlreicher populärwissenschaftlicher Bücher über
frühgeschichtliche Themen, berichtet in seinem Aufsatz
„Reinkarnationsvorstellungen in Europa von der Steinzeit bis heute“:
Felsmalereien und Grabfunde
lassen den Schluß zu, daß die ältesten kulturellen Äußerungen europäischer
Jägervölker den Gedanken an die Wiedergeburt der Seele zur Grundlage hatten.
Einweihungsriten in den Höhlen waren auch schon mit dem Gebrauch von
Rauschmitteln verbunden, durch die ein todesähnlicher Zustand ausgelöst wurde,
der Einblick in die Zusammenhänge des Lebens ermöglichte. Die Vorstellung, daß
sich Tod und Geburt gegenseitig bedingen, gehörte auch später zur Philosophie
der Jungsteinzeit. (abgedruckt in: „Wiedergeburt“ von Harald Wiesendanger,
S. 40)
Auch in den antiken europäischen
Stammeskulturen, lange bevor sich Europa zum Christentum bekehrte, finden wir
zahlreiche Zeugnisse des Reinkarnationsglaubens. Beginnend im hohen Norden,
gehören hierzu die Völker Finnlands, Islands und Lapplands; außerdem die
Norweger, Schweden, Dänen und Germanen. Eine weitere Gruppe bilden die Letten,
die Preußen und die Litauer. Mehr im Südwesten folgen die Kelten in Irland,
Schottland, England, Wales und in der französischen Bretagne. Die keltische
Kultur umfaßte auch die alten Gallier, die neben den Gebieten des heutigen
Frankreich auch Norditalien und Belgien sowie Teile der Niederlande, der Schweiz
und Deutschlands bevölkerten. Ganz im Süden schließlich waren natürlich auch die
Philosophien der alten griechischen und römischen Hochkulturen mit dem
Reinkarnationsgedanken vertraut. (Auf diese werden wir im dritten Teil, „Das
klassische Altertum“, noch ausführlich zu sprechen kommen.)
In seinem Werk über die
Zivilisation der Wikinger berichtet der Anthropologe Axel Olrik,
daß die alten Norweger wie auch die Goten einem neugeborenen Kind oft den Namen
eines kürzlich verstorbenen Verwandten gaben, da sie meinten, dieser habe in
derselben Familie erneut Geburt genommen. Und unter den Lappen glaubte man, die
verstorbenen Vorfahren unterrichteten ihre zukünftigen Mütter im Traum über den
Namen, den sie sich wünschten.
Auch in der alten
germanischen Literatur findet sich die Lehre der Seelenwanderung an
zahlreichen Stellen wieder, und uralte englische und schottische
Balladen besingen die Seelen von Männern und Frauen, die in die Körper von
Tieren, Vögeln und Pflanzen eingegangen sind. Germanen und selbst Römer (wie
Plinius berichtet) hielten sich Hausschlangen als Wächter ihrer Häuser, von
denen sie annahmen, es seien Wiederverkörperungen ihrer Vorfahren.
Was die keltischen Völker der
Antike betrifft, so gibt es keine direkten schriftlichen Quellen zur
Reinkarnation, denn den keltischen Weisen und Priestern, den Druiden, war es
verboten, ihre Geschichten und Lieder, die Regeln religiöser Riten und Inhalte
ihrer Mysterien schriftlich festzuhalten, und so sind wir gezwungen, auf
zeitgenössische römische Schriftsteller zurückzugreifen.
So schreibt z.B. der römische
Feldherr Gaius Julius Caesar (100–44) in seinem Werk „De Bello Gallico“
(„Der Gallische Krieg“):
Vor allen Dingen suchen die
Druiden davon zu überzeugen, daß die Seelen unsterblich sind und nach dem Tode
von einem Körper in einen anderen übergehen. Sie meinen, diese Lehre sei ganz
besonders geeignet, zur Tapferkeit anzuspornen, weil man dann den Tod nicht
fürchtet. (VI,14,5)
Diodor,
der griechische Geschichtsschreiber aus Sizilien, der im 1. Jahrhundert v.u.Z.
lebte und eine in Bruchstücken erhaltene Weltgeschichte verfaßte, schreibt über
die Kelten:
Das Sterben achten sie für
nichts. Es herrscht bei ihnen nämlich der Glaube des Pythagoras, daß die
Seelen der Menschen unsterblich seien und nach einer bestimmten Reihe von
Jahren wieder ein neues Leben beginnen, indem die Seele in einen neuen Leib
übergeht. Deshalb geschieht es auch, daß bei den Begräbnissen der Verstorbenen
Einige an ihre gestorbenen Verwandten geschriebene Briefe in den
Scheiterhaufen werfen, gleich als ob diese sie lesen würden. (Fünftes Buch)
Der Politiker und Dichter
Lukan (39–65) läßt die Druiden versichern, daß die Seelen nicht im blassen,
stillen Totenreich landeten, sondern daß „mit einem neuen Körper der Geist in
einer anderen Welt herrsche“.
In der inselkeltischen Sage wird
die Reinkarnationsidee mit Selbstverständlichkeit vertreten. Seelenwanderungen
durch unterschiedliche Existenzen finden sich zwar nicht häufig, schließen
jedoch, wie einige Metamorphosen, mit einer Wiederverkörperung ab.
(Metamorphosen sind bei den Kelten Gestaltsumwandlungen, die zu Lebzeiten bewußt
oder unbewußt herbeigeführt werden.) Menschen wie Götter können nach langen
Metamorphosen auch als Tiere wiedergeboren werden. Daneben gibt es ebenfalls
direkte, unkomplizierte Wiedergeburten als Mensch. So gilt, der Sage nach, der
irische heldenhafte Krieger CÍchulainn als Reinkarnation des großen,
gesamtkeltischen Gottes Lugh, dessen Sonnen- und Heileraspekt besonders
hervorzuheben ist.
Besonders der Stand der Druiden
vertrat und förderte den Unsterblichkeitsglauben und die Lehre von der
Wiedergeburt. Die anspruchsvolle Ausbildung zu einem anerkannten Druiden dauerte
zwölf Jahre und umfaßte neben Philosophie und Gesetzeskunde auch die praktische
Kenntnis der zahlreichen Druidengeheimnisse. Viele dieser alten Aufzeichnungen
wurden jedoch durch die Ankunft der ersten christlichen Missionare verbrannt und
gingen so verloren.
Ross Nichols
(1902–1975), ein moderner Vertreter der Druiden (er war gewähltes Oberhaupt des
Ordens der Barden, Ovaten und Druiden), arbeitete in seinen letzten beiden
Lebensjahren an einem Buch, um die Zusammenhänge druidischer Weisheiten
verständlich zu machen. Hier ein Auszug aus seinem erst nach seinem Tode
erschienenen „Book of Druidry“:
Und Gott bewirkte, daß jedes
lebendige und beseelte Wesen jede Art und Form des Seins durchlaufen sollte,
auf daß jedes lebendige und beseelte Wesen am Ende vollkommenes Wissen, Leben
und Gwynvydd [Kreis der Fülle der Macht, des Wissens und der Güte, erreichbar
durch umfassende Liebe und Vollendung] haben möge, und all dies aus der
vollkommenen Liebe Gottes, die er kraft seiner Göttlichkeit gegenüber dem
Menschen und allen Lebewesen zeigt.
Bei den traditionellen Lehren
und Sitten Irlands finden wir weitgehende Ähnlichkeiten mit dem Brauchtum
des alten Indien. Den Kennern Irlands ist seit jeher der Unterschied zwischen
der irischen und der allgemein-europäischen Geisteshaltung aufgefallen, und
vieles im Wesen des irischen Volkes mutet orientalisch, ja indisch an. So sind
denn in den älteren irischen Heldensagen Beispiele der Wiedergeburt keine
Seltenheit, wenngleich im Volksglauben die Vorstellung der Reinkarnation nicht
direkt mit einer ethischen Läuterung verbunden ist. Zudem ist in Irland der
Glaube weit verbreitet, daß die Seelen der Verstorbenen als schwarze Kaninchen
oder Frösche wiedergeboren werden. Möwen gelten allgemein als Seelen ertrunkener
Fischer und Seeleute, und ein Bauer, der seinem Hof sehr verbunden war, nimmt
nach dem Tod die Gestalt einer Kuh auf dem Hof an. Tote können auch als Pferde
oder Schweine, als Hunde, Ratten, Schwäne, Tauben, Hähne oder Seehunde
weiterleben. Selbst die Namensgebung weist auf den Glauben an die Wiedergeburt
der Großeltern als ihre eigenen Enkelkinder hin; irischen Kindern werden nämlich
vorzugsweise die Namen bereits verstorbener Großeltern verliehen.
"Sie kriegen nicht alles - aber Sie kriegen alles zurück!"
(Woody Allen)



Karma = Aktion und Reaktion
Inhalt:
Karmayoga, das Yoga des Handelns
Karma und Reinkarnation geben viele Antworten auf die fundamentalen Fragen des Lebens.
Dr. Ian Stevenson - Der "Kopernikus" in der Erforschung der Reinkarnation
Sieben Erkenntnisse aus Karma und Reinkarnation
Der Reinkarnations- und Karmagedanke im Urchristentum
Der Grund, weshalb das Thema Karma und Reinkarnation hier so ausführlich behandelt wird, ist der, dass dieses Thema bei mir diese Weltbildveränderung ausgelöst hat, welche mich auf die Forschungsreise „Geist steht über Materie“ geschickt und zum Zusammenstellen dieser Webseite geführt hat.
Karmayoga, das Yoga des Handelns
Gelassenheit, Verzicht auf alles Verlangen nach der Frucht unseres Wirkens und ein Handeln, das als Opfer dem Erhabenen Herrn unserer Natur und der gesamten Natur dargebracht wird; das sind die drei grundlegenden Zugänge zu Gott auf dem Weg des Karma-Yoga der Bhagavad Gita.
In der Bhagavad Gita (2.48) etwa lehrt Krishna: Gib die Anhänglichkeit auf, o Arjuna, und vollbringe, im Yoga gefestigt, deine Werke. Sei gleichmütig gegen Erfolg und Misserfolg. Gleichmut wird Yoga genannt.
Karma und Reinkarnation geben viele Antworten auf die fundamentalen Fragen des Lebens.
"So wie ihr säet, so werdet ihr ernten". Karma ist ein indisches Sanskrit-Wort, das zugleich zwei Bedeutungen hat. Es bedeutet einerseits "die Handlung" und anderseits die "Reaktion auf die Handlung". Handlung und ihre Reaktion darauf sind untrennbar miteinander verknüpft, was im Begriff Karma zum Ausdruck kommt.
Newton nannte dieses Naturgesetz in der Physik "die Gleichung von Aktion und Reaktion".
Seit 125 Jahren gibt es nun auch eine akademische Forschung zu diesem Thema, die sich um eine objektive Darstellung der Phänomene bemüht. Die Feldforschung der vergangenen Jahre hat entscheidend Neues beigesteuert. Heutzutage liegen Hunderte von anerkannten Wissenschaftlern gut dokumentierte und recherchierte Fälle vor, die starke Indizienbelege für die These der Wiedergeburt abgeben.
Die Menge der Daten und Fälle ist so gross, dass das Phänomen als gesichert gelten kann. Ein kleiner Prozentsatz von Kindern in allen Kulturkreisen der Erde gibt an, sich an Fakten oder Ereignisse aus einem früheren Leben zu erinnern, die dann auch nachgeprüft worden sind. Die am besten belegten Hinweise stammen von spontanen Aussagen von Kindern zwischen ca. 2 und 6 Jahren.
Die Verdrängung des Reinkarnationsgedankens aus dem christlichen Glauben durch die katholische Kirche (Das Konzil zu Konstantinopel 553) reicht weit über das Individuelle hinaus – die katastrophalen Folgen betreffen den ganzen Planeten. Der engstirnige Gedanke, wir hätten nur ein Leben, hat die Weit- und Voraussicht des modernen Menschen vernebelt.
Die Folgen der allgemeinen Verdrängung des Todes, der Wiedergeburt und der Spiritualität betreffen den ganzen Planeten und das ganze Ökosystem. In diesem doch eigensinnigen Glauben, dies sei das einzige Leben, das es zu geniessen gilt, hat der moderne Mensch keine Langzeitvisionen entwickelt und nichts hält ihn davon ab, den Planeten und seine Bewohner, die Menschen, die Tiere und Pflanzen aus kurzfristigem Eigeninteresse zu plündern.
Der Tod ist aber nicht nur garantiert, er kann auch jederzeit und auch sehr plötzlich eintreten, und gerade deshalb sollten wir uns mit ihm befassen und auch mit dem, was wir (die ewige spirituelle Seele) beim Tod mitnehmen können: Unser feinstofflicher, geistiger und emotioneller Körper mit seinem feinstofflichen Rucksack, unserem Karma, das Ergebnis unserer Handlungen ...
Unser aktueller, materieller Reichtum kann in unserem nächsten Leben verwendet werden, wenn wir ihn für gute Zwecke vor unserem Tod zu verwenden.
Karma und Reinkarnation geben viele Antworten auf die fundamentalen Fragen des Lebens. Die Religionen des Ostens beschreiben schon seit langem, dass die materielle Welt eine Maya, eine Illusion oder besser gesagt, eine virtuelle Realität ist.
Karma hat sehr weitreichende Folgen, denn es ist das Naturgesetz von Aktion gleich Reaktion, sowohl bei negativen (leidvollen) wie auch bei positiven (glücksbringenden) Handlungen. Diese Welt ist wie ein sehr detailliertes Computerspiel und unsere Handlungen sind das, was dieses Spiel spielt. Wir sehen die Wirklichkeit jenseits des Spiels durch unser Training, Schritt für Schritt je mehr wir unser Ziel erreichen. Durch das Verbreiten von Glück werden wir Glück ernten; und jeder Mensch und jedes Lebewesen ist auf der Suche nach Glück. Unsere Handlungen bestimmen zum Beispiel in welcher Familie wir geboren werden, was für eine Erziehung und wie viel Gehirnsubstanz wir haben werden, usw. Das Ergebnis der positiven Handlungen wird unseren karmischen Radius von Erkenntnis, Befugnis, Handlung, Einfluss, Verantwortung und Liebe erweitern, usw.
Karma und der freie Wille.
Allumfassende Liebe (Prem) steht in einer direkten Verbindung mit unseren Handlungen. Liebe ist nur möglich mit freiem Willen, und der Radius unseres freien Willens ist abhängig von unserem Karma. Unsere Liebe ist in unserem bedingten Zustand limitiert, denn sie ist vermischt mit unseren Trieben und mit einem chemischen Cocktail in unserem Gehirn (einer Produktion von Neuropeptiden und Neurohormonen).
100% freien Willen und Liebe haben wir nur, wenn wir befreit und erleuchtet sind. (Siehe weiter unten: Erkenntnis Nr. 4: Der karmische Freiheitsradius und der freie Wille).
Dr. Ian Stevenson - Der "Kopernikus" in der Erforschung der Reinkarnation 
Das der scheue Kanadier einem breiten Publikum während seiner vierzigjährigen Forschung nahezu unbekannt geblieben ist, liegt an der streng akademischen Ausrichtung seiner Veröffentlichungen. Doch im Alter kommt dem ehemaligen Direktor der Psychologischen Fakultät der Universität von Virginia endlich die Anerkennung zu, die ihm gebührt.
Stevensons bisherige Anerkennung ist weitgehend auf ein Interview zurückzuführen, das er der "New York Times" gewährte.
Unter dem zugegebenermassen etwas verwirrenden Titel "Sie könnten dies in einem früheren zukünftigen Leben lesen" berichtete der NY Times Redakteur Tom Shroder über Ian Stevensons langes Forscherleben. Initialmoment von Stevensons Arbeiten war der 1958 ausgeschriebene Wettbewerb der "Amerikanischen Vereinigung für Parapsychologie", dessen erster Preis demjenigen zugesprochen werden sollte, der den besten wissenschaftlichen Bericht über "Nachweise für ein Überleben der Persönlichkeit nach dem körperlichen Tod" liefern könne.
Der junge Arzt und Psychiater Stevenson beteiligte sich an diesem Wettbewerb und gewann mit seiner Arbeit über "Nachweise vom Leben nach dem Tod durch behauptete Erinnerungen an frühere Inkarnationen".
Stevenson lieferte empirische Belege für die Reinkarnation. Seine Arbeit war die Festlegung empirischer Beweisverfahren bestimmter kindlicher Erinnerungen aus früheren Leben.
Shroder, der für sein Interview Stevenson auf einer Reise nach Indien und in den Libanon begleitete, stiess auf so spektakuläre Fälle wie den eines 25-jährigen drusischen Mädchens, das sich an ein Leben als Frau erinnerte, die Monate vor der Geburt des Mädchens gestorben war. Im Alter von zwei Jahren kannte sie 13 Namen von Verwandten der Frau und konnte Teile ihrer eigenen Grabrede wiedergeben.
Dr. Jürgen Keil, der an der Universität von Tasmanien Feldstudien zur Reinkarnation leitet, fasst den Stand der Kenntnisse wie folgt zusammen:
1. Es gibt Kinder, die schon in einem sehr jungen Alter Aussagen über zuvor verstorbene Personen machen.
2. Übereinstimmungen dieser Aussagen mit Ereignissen aus "früheren Leben" können nicht durch den Zufall oder durch absichtliche Beeinflussungen erklärt werden.
3. Unbeabsichtigte Hinweise und andere normale Informationen könnten zum Teil für diese Übereinstimmungen verantwortlich sein.
4. Bei einer Auswertung von über 100 Fällen ergibt sich ein hoher Wahrscheinlichkeitswert, dass paranormale Vorgänge beteiligt waren.
Die beiden ersten Ergebnisse, so Keil, können als abgesichert angesehen werden. Weitere Untersuchungen und Auswertungen befassen sich hauptsächlich mit der Frage, ob und inwieweit paranormale Vorgänge bei diesen Fällen beteiligt sind.
Der häufig gemachte Vorwurf, Fälle erinnerter Leben würden vornehmlich im östlichen Kulturkreis auftreten und damit durch die vorherrschenden religiösen Dogmen quasi produziert sein, beantwortet Stevenson mit der Verdrängung von derlei Kenntnissen in der westlichen Hemisphäre. Im NY-Times-Interview mit David Wallis berichtet Stevenson von etlichen Briefen, die ihn erreichen und mit Bedauern feststellen, dass Äusserungen von Kindern nicht Ernst genommen wurden. Stevenson zitiert aus einem Brief: "Mein Sohn ist jetzt 12 Jahre alt. Ich wünschte, ich hätte von Ihnen gehört, als er zwei oder drei war. Er sagte, er sei Pilot bei einer Fluglinie gewesen, worauf wir ihm gesagt haben, er solle aufhören, Lügengeschichten zu erzählen. Jetzt erinnert er sich an nichts mehr."
Mit den Forschungen Professor Stevensons beginnt eine neue Epoche der Reinkarnation, urteilt Trutz Hardo in seinem Buch "Reinkarnation aktuell". "Vor ihm war die Reinkarnation eine Angelegenheit von Gläubigen und Esoterikern oder ein Spekulationsfeld für Philosophen und Okkultisten. Er hat den wissenschaftlichen Nachweis der Reinkarnation erbracht."
Replikationen (Versuchswiederholungen) zu spontanen Reinkarnationserinnerungen von Kindern
nach Stevenson
Ein wichtiges Element wissenschaftlicher Arbeiten besteht in der Überprüfung von Ergebnissen durch möglichst viele Wiederholungen der "Versuche" durch möglichst unabhängige Untersucher. Nur, wenn mehrere Forscher unabhängig voneinander zum selben Ergebnis kommen (und Ergebnis und Theorie zusammenpassen), kann das Ergebnis als gesichert gelten.
Deshalb sei hier die Literatur solcher Autoren zusammengestellt, die Stevensons Arbeiten in eigener Regie nachvollzogen haben und ähnlich hohen Qualitätsstandard einhalten.
Replikationen zu Stevensons
Arbeiten: Reinkarnationserinnerungen von Kindern
Autoren
Titel
Verlag/ Zeitschr.
ISBN
Inhalt
Pasricha,
Satwant
Claims
of Reincarnation/ An Empirical Study of Cases in India
Harmann
Publishing
New Delhi
199081- 85151 -
27-X
Doktorarbeit an der Universität Bangalore
1978. 60 nordindische Fälle ausgewertet, 58 davon in
weniger, als 1/2 Jahr nach Bekanntwerden untersucht.
Wissenschaftliche Arbeit mit sehr hoher Glaubwürdigkeit.
Mills,
Antonia
A
Replication Study: Three Cases of Children in Northern
India Who are Said to Remember a Previous Life
Journal of
Scientific Exploration, Vol. 3, No. 2, pp 133-184
19890892- 3310 /89
Schülerin von Stevenson. Untersuchung ohne
Einflussnahme von Stevenson. Fall 3 "Titu Singh"
sehr reichhaltig. Ausführliche Diskussion möglicher
Fehlerquellen. Vergleich mit Ergebnissen von Stevenson.
Keil, Jürgen
Kinder,
die sich an "frühere Leben" erinnern/ Neue
Falluntersuchungen und ein Vergleich mit den Ergebnissen
von Ian Stevenson
Zeitschr. für
Parapsych. u. Grenzbeb. d. Psychologie, 36, Nr. 1/2, S. 3-21
19940028- 3479
23 Fälle aus Burma, Thailand, Türkei. 2 Fälle
exemplarisch genauer geschildert und diskutiert.
Haraldsson,
Erlendur
Children
Claiming Past Life Memories/ Four Cases in Sri Lanka
Journal of
Scientific Exploration, Vol. 5, No. 2, pp 233-261
19910892- 3310 /91
Bei 3 der 4 Fälle wurden Berichte
niedergeschrieben, bevor Nachprüfungen begannen. 2 Fälle
konnten gelöst werden. Dabei bestand vorab keinerlei
Beziehung zwischen den Familien.
Haraldsson,
Erlendur
Children
Who Speak of Memories of a Previous Life as a Buddhist
Monk: Three New Cases
Journal of
the Society for Psychical Research, Vol. 63, No. 857, pp
268-291
Oct. 19990037- 1475
3 Fälle in Sri Lanka, wo es keine Tradition
der Suche nach Wiedergeburten gibt. In 2 Fällen
Aufzeichnungen vor der Nachprüfung. 2 Fälle gelöst.
Haraldsson, Erlendur
Birthmarks and Claims of
Previous-Life Memories: I. + II.
Journal of
the Society fpr Psychical Research,
Vol. 64
No. 858 + 859
Jan., April 2000
pp. 16-25; 82-92
Der Fall "Purnima" in "I."
ist besonders interessant, weil ein Obduktionsbericht die
Wunden beschreibt, an denen die frühere Person gestorben
ist und dies mit den Geburtsmalen in guter Übereinsimmung
steht.
Mills,
Antonia; Haraldsson, Erlendur; Keil, Jürgen
Replication
Studies of Cases Suggestive of Reincarnation by Three
Independent Investigators
Journal of
the American Society for Psychical Research, Vol. 88, pp
207-219
July 19940003- 1070
Mills: 38 Fälle Indien; Haraldsson: 25 Fälle
Sri Lanka; Keil: 60 Fälle Burma, Thailand, Türkei. Insgesamt
123 Fälle
Matlock,
James G.
Past
Life Memory Case Studies
Advances in
Parapsychology Research, Vol. 6, pp. 184-267
19900- 89950 -495-7
Sehr guter Review-Artikel mit u. a. vielen
weiteren Literaturangaben zu Replikationen.
Erkenntnis Nr. 1: Die Sterbe-Rate ist immer noch 100%
Erkenntnis Nr. 2: Karma: "So wie ihr säet, so werdet ihr ernten"
Erkenntnis Nr. 3: Es muss eine kosmische Intelligenz geben
Erkenntnis Nr. 4: Der karmische Freiheitsradius und der freie Wille
Erkenntnis Nr. 5: Instant-Karma: Das direkte Karma
Erkenntnis Nr. 6: Karma in der "Financial Economy"
Erkenntnis Nr. 7: Das Beenden von Karma und Reinkarnation

Erkenntnis Nr. 1: Die Sterbe-Rate ist immer noch 100%.
Wenn ein Ereignis mit so hoher Wahrscheinlichkeit eintrifft, dann sollten wir uns damit befassen ... und uns diesem Thema einmal von einer nüchternen Seite her annähern. Wenn man die oben genannten wissenschaftlichen Indizien der Karma- und Reinkarnationsforschung einmal kurz weglässt, dann gibt es objektiv betrachtet beim Tod eigentlich nur zwei gleichermassen wahrscheinliche Möglichkeiten:
1. Man stirbt für immer oder 2. man lebt in irgendeiner Form weiter.
Bei der ersten Möglichkeit gibt es nicht viel zu diskutieren. Das Lebewesen löst seine Individualität auf, der Körper verwandelt sich in den Kot der Würmer (oder anderer Lebewesen) oder er wird zu Asche.
Ein intelligenter Mensch wird aber sein Leben nach der 2. Möglichkeit; dem "es wird weitergehen" ausrichten, damit er sich auf der sicheren Seite befindet. Falls dann doch die 1. Möglichkeit zutrifft, spielt es sicherlich keine Rolle, wie er gehandelt hat. Falls aber die 2. Möglichkeit zutrifft, dann spielt es sehr wohl eine Rolle, wie er seine Zukunft vorbereitet hat, denn "jeder ist seines zukünftigen Glückes eigener Schmied".
Die ganze Jugend bereiten sich viele Menschen mit einer mühsamen Ausbildung oder Studium auf das Leben vor, aber nicht für das oder die Leben danach ... - Ist das nicht in höchstem Masse unlogisch? Wenn wir jemand in einem Zug antreffen und ihn fragen, wohin er fährt und er antwortet: "Ich hab keine Ahnung, wohin der Zug fährt und es interessiert mich auch nicht, wohin der Zug fährt ...", dann denken wir: "Hmm, der hat sicherlich ein kleines Problem! - der braucht vielleicht Medikamente ...?"
Bei der zweiten Möglichkeit, dem Weiterleben, gibt es nun die folgenden zwei Varianten:
Erstens, man lebt, wie uns verschiedene Religionsangehörige erzählen, nach diesem Leben nur noch ein einziges ewig weiter und zwar je nachdem, wie man sich in diesem jetzigen Leben verhalten hat, in einer ewigen Hölle oder einem ewigen Himmel (z.B. mit einer Harve in der Hand oder für den muslimischen Djihad-Bruder mit 72 Jungfrauen).
Die zweite Variante wäre, dass man schon durch viele Leben hindurchgegangen ist und man (sofern man will) noch durch viele Leben weiterwandern wird, wobei die jeweiligen Leben dann eine logische Fortsetzung der Neigungen, Handlungen und Wünsche des Individuums sind
Diese 2. Variante der 2. Möglichkeit erscheint am wahrscheinlichsten, denn wir sehen um uns sehr viele Menschen mit ganz verschiedenen Neigungen, Fähigkeiten, Eigenschaften und Möglichkeiten.
Das Wissen über die Reinkarnation macht es verständlich, weshalb die einen in den Slum von Rio de Janeiro geboren werden und andere in die Elite des Jet Sets. Das als den unergründlichen Willen oder als eine Ungerechtigkeit Gottes zu deklarieren ist zu billig, denn das würde einer Allgüte Gottes widersprechen.
Ebenso unbegreiflich ist diese Idee der ewigen Verdammnis in der Hölle, denn die widerspricht auch der Allgüte Gottes. Diese
Idee der ewigen Hölle ist ein Propagandawerkzeug einer "christlichen" Institution aus dem dunklen Mittelalter. Damals hiess es; "wenn die Münze im Kasten klingt - die Seele aus dem Fegefeuer springt!" Ursprünglich waren aber das Wissen über Karma und Reinkarnation und das Prinzip des freien Willens der spirituellen Seele feste Bestandteile im Frühchristentum.
Und wie sagt auch das christliche Sprichwort? "So wie ihr säet, so werdet ihr ernten" oder anders gesagt: "Jeder kreiert sein eigenes Karma."
Je mehr ich das Konzept von "mir" und "mein" loswerde, desto mehr bin ich in der Lage, die Liebe zu meinem Nachbarn zu zeigen. Ich werde so immer mehr spirituelles Glück in mir erfahren und alle negativen Situationen meistern. Wenn ich nicht wahres Glück in mir finde, dann kann ich noch so viele Besitztümer besitzen und noch so viele Dinge ausprobieren und ich will immer nur weiter auf der Suche nach dem Glück sein, Leben nach Leben, wie in einem sehr langen Alptraum ...
Erkenntnis Nr. 2: Karma: "So wie ihr säet, so werdet ihr ernten"
Karma ist ein wichtiges Grundgesetz in der Lernmaschine Universum und ein wertvoller Besitz, den wir haben, denn Karma ist das, was wir nach dem Tod mitnehmen können.
Denn, wie schon erwähnt, der Tod ist nicht nur 100% garantiert, er kann auch jederzeit und plötzlich eintreten.
Jetzt, in diesem Moment, könnte es ein Erdbeben geben, das Dach könnte uns auf den Kopf fallen und uns unsere Hirnmasse aus unserem Schädel drücken. Dann verlieren wir aus heiterem Himmel alle unsere Konzepte, unseren Besitz, unseren Beruf, unsere gewohnte Umwelt, unsere Bekanntschaften und all das, für das wir so hart gearbeitet und angehäuft haben. Das, was wir aber nicht verlieren werden und mit uns mitnehmen müssen, ist unser Karma – die Reaktionen auf unsere guten und schlechten Handlungen, Worte, Gedanken und Wünsche.
Deshalb unser Slogan:
"Unser Karmakonto müssen wir pflegen, denn das bleibt an uns kleben ..."
Unseren Reichtum können wir also ironischerweise nur dann mit uns mitnehmen, wenn wir ihn zu einem guten Zweck gespendet haben.
Es ist Illusion zu denken, dieses hart verdiente Geld gehöre mir. Ich bin zwar der momentane Verwalter dieses Geldes und ich sollte es auch vor Dieben, Betrügern und Verschwendung beschützen, aber wenn ich, in meiner Illusion, die Früchte meiner Handlungen egoistisch und separat vom Ganzen "selber" oder nur in "meinem" kleinen Kreis "meiner" Familie, "meinem" Land, "meiner" Rasse, "meiner" Religion oder "meiner" Spezies zu geniessen versuche, werden diese Früchte die Ursache von meinem zukünftigen Leid sein.
Wir möchten anerkennen, dass alle Menschen und Lebewesen Teile eines universellen Ganzen sind, und dass der Weg zum wirklichen Glück zu finden ist, indem wir uns für dieses universelle Ganze einsetzen, und die Früchte unserer Handlungen diesem universellen Ganzen widmen. Die Art der Handlung ist uns wichtig, aber noch wichtiger als die Art mit der wir unser Geld verdienen, ist uns die Art mit der wir unser Geld, die Früchte unserer Handlungen und Neigungen, ausgeben – denn beim Ausgeben haben wir die volle Kontrolle, viel mehr jedenfalls, als im Berufsleben.
"Wenn man nur die Blätter eines Baumes befeuchtet und nicht seine Wurzel, dann wird er mit der Zeit verdursten. Das einzelne Blatt ist aber voller Lebenskraft, wenn das Wasser über die Wurzel dem ganzen Baum zugeführt wird." (Bhagavad Purana 4.31.14)
"Wenn du den Egoismus ein wenig loslässt, dann wirst du ein wenig glücklich werden. Wenn du den Egoismus stärker loslässt, dann wirst du stärker glücklich werden. Wenn du aber den Egoismus vollständig loslässt, dann wirst du vollständig, immer und unablässig glücklich sein, denn du bist frei von Zeitweiligkeit, Unwissenheit, Leid, Alter, Krankheit, Geburt und Tod." (Siddharta)
"Das Selbst, das vom Bösen befreit ist, das alterlose, todlose, kummerlose, hungerlose, durstlose, dessen Wünsche wahr werden und sich verwirklichen, dessen Vorstellungen wahr sind und keine Illusionen – das muss man suchen, das muss man zu erkennen trachten. Alle Welten erlangt der und alle Wünsche, der dieses Selbst findet." (Chandogya-Upanishad, zum Samaveda)
Erkenntnis Nr. 3:
Es muss eine kosmische Intelligenz geben
In der Lernmaschine Universum, in diesem grossen Spiel des Lebens, bestehen allgemeingültige und feste Richtlinien und Spielregeln, welche die Beziehungen, Lebensumstände und Schicksalsschläge der einzelnen Lebewesen nach ihren früheren und auch momentanen Handlungen koordinieren. Einen freien Willen (oder besser gesagt; einen durch einen karmischen Freiheitsradius mehr oder weniger begrenzten freien Willen) hat jeder, das Problem ist nur, dass sich der freie Wille der einzelnen Individuen oft überschneidet (siehe auch weiter unten: Karma und der freie Wille). Um diese Überschneidungen zu erfassen, braucht es nun ein Didaktisches (lehrendes) Operating System (DOS) und das wird in der altindischen Literatur als Paramatma (Para-Atma), die Überseele beschrieben.
Die altindische Astrologie ist z.B. sichtbar an den Stellungen der Planeten im Geburtshoroskop, aber auch in den Händen des Menschen (Handlinien, Berge, Täler usw.). Das zeigt, dass wir spirituelle Individuen in einer Art "Virtual-Reality" sind, in einem Computer-Lernprogramm, und dass das Sonnensystem so etwas wie ein riesengrosses Karma-Uhrwerk ist, das uns umgibt und die Form unseres karmischen Freiheitsradius ständig verändert. Unsere Körper sind so etwas wie Bioroboter, mit denen wir dieses Spiel spielen und dass die Handlinien mit den Planeten übereinstimmen, das ist doch eine Beweisführung für die Existenz Gottes oder einer ordnenden, kosmischen Intelligenz - dieses Didaktischen (lehrenden) Operating System (DOS)?
Ralph Waldo Emerson beschreibt das im positiven Sinne mit folgenden Worten: "Wenn Du die Menschen liebst und Ihnen dienst, kannst Du durch keine List der Belohnung entgehen. Geheime Vergeltungen stellen immer das Gleichgewicht der göttlichen Gerechtigkeit wieder her." (in Lectures and Biographical Sketches, 1868)
Die altindische, vedische Karma-Philosophie erklärt, dass hier das Wirken der Hand Gottes sichtbar wird, der mit dem Aspekt als die alldurchdringende Überseele sämtliche individuelle Seelen auf ihrer Wanderung durch die verschiedenen Körperformen begleitet. Die Bhagavad Gita beschreibt diesen speziellen Aspekt Gottes unter anderem in dem Vers 13.23:
"Neben der individuellen Seele gibt es in jedem Körper noch einen anderen, transzendentalen Besitzer, der als Beobachter und Erlaubnisgeber gegenwärtig ist und der als Überseele (Paramatma) bezeichnet wird."
oder auch 18.61:
"Die Überseele (Paramatma) weilt im Herzen jedes Lebewesens, und lässt das Lebewesen (Atma) im Banne der Illusion (Maya) in einer Maschine umherwandern, die aus materieller Energie besteht."
Die altindischen Schriften, wie das Mundaka Upanishad und das Svetasvatra Upanishad, vergleichen die individuelle Seele (Atma) und die Überseele mit zwei befreundeten Vögeln, die im selben Baum sitzen. Einer der beiden Vögel (die individuelle Seele, Atma) isst die süssen und bitteren Früchte des Baumes, während der andere Vogel ihm dabei zuschaut.
Diese beiden Vögel fliegen von einem Baum zum anderen, von Körper zu Körper. Von diesen Vögelpaaren gibt es unzählige und der essende Vogel (Atma) ist immer ein anderer, aber der Vogel der zuschaut (Para-Atma) ist immer ein und derselbe.
Mundaka Upanishad (3.1.2) and Svetasvatra Upanishad (4.7):
"Obwohl die beiden Vögel sich im selben Baum befinden, ist nur der essende Vogel sehr beschäftigt mit dem Geniessen und dem Erleiden der Früchte. Aber wenn er sein Gesicht zum anderen Vogel hinwendet, zum allwissenden, persönlichen Aspekt des Absoluten, dann verliert er sofort alle Leiden."
Die Funktion der Überseele besteht darin, die zahllosen Wünsche und Tätigkeiten jedes einzelnen Lebewesens zu registrieren und gegebenenfalls deren Erfüllung zu veranlassen sowie die neuen Tätigkeiten und Motive der Lebewesen zu beobachten und ihnen entsprechende Reaktionen zukommen zu lassen.
Und das gilt für viele Milliarden von Lebewesen, welche ein unendlich komplexes und multidimensionales Netzwerk aus Aktion-Reaktions-Paaren aufbauen. Das ist die Überseele, das Operating-System des Universums; der Matrix in einer riesigen Lernmaschine, der auch für modernste Hochgeschwindigkeitsrechner der Menschen unmöglich zu erfassen wäre.
Diese Aktion- und Reaktions-Paare beeinflussen auch die DNA-Strukturen der Lebewesen. Die DNA-Speicher in den Zellen sind ein weiteres Wunder dieser kosmischen Intelligenz, denn sie sind das leistungsfähigste und höchstentwickelte Speichermedium, das auf dem kleinsten Raum existiert und diese Daten werden mit kleinsten molekularen Maschinen umgewandelt, kopiert und zusammengebaut. Wer glaubt da noch an den Zufall?
Dieses System kann nicht durch Zellteilung, natürliche Selektion, lange Zeitabstände und Zufall entstanden sein, denn es ist einer der wichtigsten Bestandteile und die Voraussetzung der Zellen selbst. Dieses System wurde von eine kosmischen Intelligenz entworfen, gebaut und erhalten.
Die altindische Literatur geht sogar noch weiter, indem sie beschreibt, dass das verkörperte individuelle spirituelle Lebewesen nicht einmal selbstständig z.B. den kleinen Finger bewegen kann. Es kann nur den Wunsch empfinden den kleinen Finger zu bewegen zu wollen und der Para-atma leitet es in die Wege, dass die Materie dieses kleinen Finger sich bewegt.
Und die Simulation des Bioroboters (in dem wir uns befinden) ist dann so perfekt, dass das Lebewesen sich in seiner Illusion bestätigt fühlt, es sei dieser Körper und so ungestört seinen Wünschen nachgehen kann (innerhalb des karmischen Freiheitsradius). Die Paramatma ist somit auch die Schnittstelle zwischen der spirituellen Seele und der vergänglichen Materie.
Erkenntnis Nr. 4: Der karmische Freiheitsradius und der freie Wille
Wie passt die Auffassung des freien Willens mit der Vorbestimmung von Karma und Reinkarnation zusammen?
Der erweiterte Radius des freien Willens ist eine Besonderheit des Menschen. Wir müssen diesen freien Willen verantwortungsvoll umgehen, denn er ist Geschenk, das uns übergeben wurde. Natürlich ist unser freier Wille beschränkt, denn wir sind frei und doch nicht frei. Wir können mehr oder weniger frei z.B. unser Ferienziel auswählen und nach New York fliegen, aber nur mit einem Flugzeug und wenn wir genug Geld auf dem Bankkonto haben.
Um den nur scheinbaren Widerspruch von Karma und dem freien Willen zu illustrieren, können wir das Beispiel des Segelschiffes, das gegen den Wand ankreuzt und das Beispiel des Pferdes, das mit einem Seil an einen Baum angebunden ist, anführen:
Zuerst einmal: Ist das angebundene Pferd frei oder nicht?
Wenn wir nun dieses Beispiel weiterführen und feststellen, dass das Seil am Baum aufgewickelt ist, dann erkennen wir, dass der Aktionsradius des Pferdes immer weiter abnehmen wird, wenn es weiterhin in der einen Richtung um den Baum läuft.
Und wenn es weiterhin in diese Richtung läuft, dann wird sein Freiheitsradius immer weiter zunehmen, bis wir feststellen, dass das Seil vom Baum abgefallen ist und wir erkennen, dass das Pferd eigentlich gar nie angebunden war.
Dieses Abfallen des Seiles symbolisiert unsere Befreiung vom Karma und vom Kreislauf von Geburt und Tod und die Gehrichtung um den Baum symbolisiert das schlechte oder das gute Handeln, oder welchem Guna wir uns auf der Guna-Skala, der universellen Skala der Ethik, zugewendet haben.
Wir können karmische Einflüsse auch mit den Winden vergleichen, die zwar einen starken Einfluss auf ein Segelschiff haben, aber dennoch seinen Kurs nicht bestimmen, denn der erfahrene Segler weiss, wie man z.B. 90 Grad zum Wind segelt oder gar gegen die Winde aufkreuzen kann. Gegen den Wind aufkreuzen ist sicherlich mühsamer und langsamer als mit dem Wind zu segeln, aber wenn der Wind nicht von der geeigneten Seite bläst, dann ist es notwendig, das zu tun.
Erkenntnis Nr. 5:
Instant-Karma: Das direkte Karma
Die Schlussfolgerung des vorangegangenen Vergleiches ist, dass die Philosophie
des Karma-Naturgesetz den
Gebrauch unseres freien Willens nicht schwächt, sondern das wir mit unseren Aktionen
behutsamer vorgehen und sie nach dem Prinzip der
Vermeidung von unnötiger Gewalt ausrichten werden.
Oft führt das Karma-Naturgesetz,
wenn es falsch verstanden wird, zu einer gewissen
Lethargie. Zu
Fatalismus führen z.B. Sprüche wie: "Es steht auf jedem Reiskorn
geschrieben, durch wessen Mund es muss" oder "Wenn
jemand das Karma nicht hat, reich zu werden, kann er so
lange und hart arbeiten wie er will; er wird nie
reich." Speziell der letzte Satz ist unlogisch und
ein Widerspruch in sich selbst, denn er
vernachlässigt das so genannte Instant-Karma oder auf
gut Deutsch; das direkte, sofortige Karma, denn mit jeder momentan ausgeführten Handlung verändern wir unser Karma und "fälschen" die "vorherbestimmten" Quanten vom Leid oder Glück mehr oder weniger ab.
Gewiss gibt es Karma, dessen Ursache ein oder viele
Leben zurückliegt. Zum Beispiel, wenn man in eine
reiche Familie geboren wird und mit netten Eltern
eine glückliche Kindheit hat, usw. Aber es gibt auch
Handlungen die sofortige karmische Reaktionen
auslösen. Beispielsweise die für uns alle
machbare Erfahrung des Trinkens einer Flasche schlechten Weins. Die Reaktion (Karma) auf diese unnötige
Gewalt gegen uns selber hat eine sofortige Wirkung auf
uns und unser Bewusstsein. Und eine neue nachhaltige Wirkung, wenn es kurz vor einem Bewerbungsgespräch stattgefunden hat.
Die Aussage: "Wenn jemand das Karma nicht hat,
reich zu werden, kann er so lange und hart arbeiten
wie er will; er wird nie reich." ist deshalb
unlogisch, weil wir gar nicht wissen, was für
Handlungen unser mutmasslicher Pechvogel noch vollbringt.
Vielleicht hat er im Moment zugegebenermassen karmisch einen schlechten
Wirkungsgrad, weil er keinen sehr intelligenten
Eindruck auf uns macht. Aber selbst in diesem Falle
ist sein baldiger Reichtum sehr gut möglich, denn es mag ja sein, dass ihm gerade
eine heilige Person über den Weg läuft, unser
Pechvogel eine gute Minute hat und der heiligen Person eine Spende gibt oder über die Strasse hilft.
Erkenntnis Nr. 6:
Karma in der "Financial Economy"
Der Begriff Karma ist der grosse Spielverderber für alle ausbeuterischen Egoisten und Hedonisten, Boni-Damager und korrupten Politiker. Ein Mensch, der den Karmagedanken verstanden hat, der bringt es nicht über sich, seine Mitmenschen bis zum Maximum auszubeuten und dann mit dem Privatjet nach Las Vegas zu fliegen und dort an einem Abend mehrere Millionen zu verschleudern. Karma hat im Individuellen eine Wirkung, aber auch im Kollektiven in Form von kollektivem Karma.
Die Unwissenheit über Karma und Reinkarnation hat Folgen, die weiter reichen, als wir uns gemeinhin vorstellen. Eine dieser Folgen ist die moderne Form der verantwortungslosen Geldwirtschaft, der "Financial Economy", dem Casino der Spekulationswirtschaft, welche die Schere zwischen Arm und Reich immer schneller öffnet: Die reichsten 4 Menschen haben mehr Besitz als 1 Milliarden Menschen, die Anzahl von Millionären wird immer grösser und die Mittelschicht, die nicht von Gewinnen und Zinsen aus dem Investment, sondern von ihrer ehrlichen Arbeit lebt, sinkt ans untere Ende der Skala.
Während ein Otto-Normalverdiener in einem Monat 2,500 Euro verdient und ein Spitzenverdiener, sagen wir einmal 25,000 Euro, verdient ein 50-facher Millionär bei 6% Zinsen ohne zu arbeiten 250,000 Euro im Monat und ein 500-facher Millionär 2,500,000 Euro. "Aber es gibt nichts gratis!" Arbeitendes Geld = Karma im Geld! Die Illusion bei den Zinsen und Zinseszinsen steckt in einem, den meisten Investoren völlig unbekannten, Problem, denn Geld, das "am Arbeiten" ist, produziert Karma für den Besitzer dieses Geldes.
Karma = Handlung und zugleich; die Reaktion auf diese Handlung: "Und so wie ihr säet, so werdet ihr ernten" – Das Naturgesetz von Karma bedeutet, dass jeder Investor genau wissen muss, wie sein Geld im Einzelnen investiert ist und "was es genau macht". Es ist deshalb für die ethische Evolution eines jeden Investors von grösster Wichtigkeit, dass er genau weiss, wohin sein Geld fliesst. Nur auf diese Weise kann er sich vor negativem Karma schützen.
Wenn nun der Otto-Normalverdiener sein Geld beispielsweise in einem Bank-konto oder in einem Fond an eine Bank verleiht und andere mit diesem Geld arbeiten, dann unterstützt er mehr oder weniger saubere Geschäfte. Geschäfte, von denen er nichts weiss und auf die er keinen Einfluss hat, die aber mehr oder weniger negatives Karma produzieren, und je nachdem wie viel Zins er von dieser Bank ausbezahlt bekommt, erhält er einen entsprechenden Teil vom Karma, d.h. die erwünschten und unerwünschten Reaktionen von diesen Tätigkeiten.
Was bedeutet das? Es ist fast so, als würde man in einer Stadt mit einer hohen Mordrate eine geladene Pistole auf einer Parkbank liegenlassen. Was würde der Richter sagen, wenn mit dieser Waffe eine Straftat verübt würde? Im Falle von Zinsen aus unbekannten Geschäften verdienen wir aber obendrauf noch Geld dazu. Wenn nun dieser oben erwähnte 500-fache Millionär pro Monat mit seinen 6% Zinsen ohne zu arbeiten 2,500,000 Euro verdient, so ist das eine riesige Karmalast, die er in Zukunft tragen muss, denn er unterstützt mit seinen Millionen unheimlich viele mehr oder weniger saubere (heutzutage mehrheitlich umweltzerstörerische) Geschäfte, von denen er im Detail überhaupt keine Ahnung hat. Das ist seine ethische Devolution: An diesem Karma kaut der Herr Millionär für viele Leben.
Das heutige Zinssystem funktioniert nur, weil Karma und Reinkarnation ignoriert werden und die daraus resultierende wachsende Ungleichheit von extremer Armut und Reichtum ist das globalisierte ausbeuterische Öffnen der Schere von Arm und Reich. Das Geld fliesst zum Geld, denn durch die Zinsen erhält es so etwas wie eine Gravitation und die Grossen werden immer grösser. Durch die Zinsen und Zinseszinsen wird so die Gesamtgeldmenge weltweit auf eine immer kleinere Anzahl von immer reicher werdenden Menschen umverteilt, während zugleich immer mehr Menschen verarmen. Wegen diesen Zinsen und Zinseszinsen wird Geld gehortet, weil man in der Illusion ist, dass man an ihm, ohne viel zu arbeiten, etwas Gutes verdienen kann, und dieses Horten von Geld entspricht dann den gefährlichen Blockaden, Arterienverkalkungen und Blutgerinnseln im Geldkreislauf des sozialen Körpers.
Diese Jokereigenschaft des Zinsgeldes macht die Reichen immer reicher und zwingt alle anderen, wenn sie nicht im gleichen Umfang ärmer werden wollen, zu einer andauernden Steigerung ihrer Leistung, und so arbeiten sie wie emsige und unwissende Ameisen, denen ständig mit dem Fuss ein Loch in den Ameisenhügel getreten wird. Dies nennt man dann beschönigend: "Wachstum" (Wachstumszwang).
Eine ständige Leistungssteigerung kann aber bei begrenzten menschlichen Kräften und einer begrenzten Welt auf Dauer nicht erbracht werden, und somit müssen alle vom Zinsgeld geprägten Wirtschaftssysteme immer und immer wieder zusammenbrechen, denn sie sind nach ihren eigenen mathematischen Regeln zu Instabilität, Verfall und Revolution verurteilt. Es gibt Alternativen! Ein indischer Guru sagte einmal: Feuer und Schulden muss man sofort löschen! Ein prägnanter Satz mit viel Weisheit ...
Wie können wir den Zins vermeiden? Auf der individuellen Ebene ist das ganz einfach: Indem wir auf ihn verzichten, ihn boykottieren und ihn nicht annehmen; indem wir Verantwortung übernehmen und z.B. keine Schulden und Hypotheken aufnehmen, und unser Geld anderweitig positiv einsetzen. Und wenn man nun nicht weiss, wie man sein Geld gescheit investieren soll, dann wäre eine Investment-Alternative z.B. Gold und Silber, denn dann ist der Wert im Metall gebunden. Niemand mehr macht schmutzige Geschäfte damit und das Papiergeld-Zinssystem ist übergangen und sabotiert.
Karmisch gesehen noch besser als Gold kaufen ist natürlich das Investieren oder Spenden zu einem guten Zweck. Wir sehen, die Folgen des Nichtbeachtens von Karma und Reinkarnation sind sehr weitreichend.
Das Wissen über Karma und Reinkarnation ergibt eine positive Lebenseinstellung, wohltuend für uns selbst und auch für unsere Umwelt. Es ist der vielverzweigte Weg des sich vergrössernden oder verkleinernden freien Willens. Das Ziel der Reinkarnation ist, den Freiheits-, Erkenntnis- und Liebesradius soweit zu vergrössern, dass wir schliesslich die Reinkarnation beenden können.
Wir stehen nun vor dem folgendem Entschluss: "Ich will aus diesem so leidvollen Kreislauf von Geburt und Tod aussteigen. Ich will ausbrechen und aufhören, meine Gefängniszelle zu dekorieren. Ich bin mir das doch selber schuldig! Ich will dieses Ziel meiner individuellen ethischen Evolution nicht mehr aus den Augen verlieren!
Wie diese Gefängniszelle nun aussieht sehen wir im Kapitel: Jyotish, Vedische (altindische) Astrologie ... und wie wir aus ihr ausbrechen und unser Karma auflösen können, das sehen wir bei Yoga ...
Erkenntnis Nr. 7: Das Beenden von Karma und Reinkarnation
"Bei dieser Bemühung gibt es weder Verlust noch Minderung, und ein wenig Fortschritt auf diesem Pfad kann einen vor der grössten Gefahr bewahren." Bhagavd Gita 2.40
Wir müssen im Jetzt, wenn möglich noch in diesem Leben, aus dem Kreislauf von Karma und Reinkarnation heraustreten. Ein Herabsinken in die tierischen Lebensformen sollte unbedingt vermieden werden.
Wenn wir auf der Autobahn oder im Zug fahren, dann fällt es einem erst so richtig auf, wie viele Seelen in pflanzlichen Lebensformen verkörpert sind... Wenn wir nur ein paar Kubikmeter Erde ausheben, dann haben wir mehr verkörperte Seelen herumgeschaufelt als sich Menschen auf der Erde befinden!
Die logische Schlussfolgerung ist, dass es sehr lange dauern kann, bis wir wieder eine menschliche Lebensform erhalten, falls wir (dummerweise) in das Reich der Tiere und Pflanzen eingegangen sind. Um diese Wanderungen der Seelen durch alle diese Lebensformen zu illustrieren, können wir einen Vergleich aufstellen:
Und zwar am Besten mit Hilfe der Geisterbahn "Haunted Mansion" im Disneyland von Los Angeles. Diese Geisterbahn besteht aus einer langen Kette von aneinander gehängten kleinen Wagen, die sich kontinuierlich, rauf und runter, durch das Geister-Labyrinth bewegt. Um sich auf die Sitze zu begeben, muss man zuerst auf ein Förderband treten, damit man die gleiche Geschwindigkeit wie die Wagenkette hat, und wenn sich der Wagen durch das ganze Labyrinth geschlängelt hat, dann steigt man wieder auf dieselbe Weise aus, oder man bleibt sitzen und schaut sich die ganze Show noch einmal an - das wäre dann die Analogie für das Beenden oder Weiterführen der Reinkarnation.
Und um unser Lebensformen-Beispiel proportional zu verdeutlichen, nehmen wir jetzt diese selbe Art von Geisterbahn und bauen sie in die Cheopspyramide ein. Wir sehen nun, dass sich die wenigsten Wagen in der Spitze der Pyramide befinden, die meisten jedoch im unteren Teil der Pyramide. Wenn sich die Kette nun zu bewegen beginnt erkennen wir auch, dass der Aufenthalt der Wagen in der Spitze viel kürzer ist als in den unteren Teilen der Pyramide.
Das Volumen der Spitze der Pyramide entspricht der Anzahl der Seelen in den menschlichen und höheren Lebensformen, die Mitte der Pyramide entspricht der Anzahl der Seelen in den tierischen Lebensformen und der untere Teil entspricht der Anzahl der Seelen in all den verschiedenen Pflanzenkörpern, Algen, Korallen, Bergkristallen, Mikrobenkörpern, Viren und all den anderen winzigen Lebensformen.
Der Eingang und der Ausgang dieser Körper-Geisterbahn befinden sich nun zu oberst in der Spitze dieser Pyramide bei den menschlichen oder höheren Lebensformen. Nur hier hat die Seele einen so dünnen Biofilter vor dem Bewusstsein und einen entsprechend grossen karmischen Freiheitsradius, dass sie sich entscheiden kann, sich zu erheben und aus dieser Körper-Geisterbahn auszusteigen oder sitzenzubleiben und wieder in die tieferen Regionen dieser Pyramide der Illusionen hinabzusinken.
Nach einigen Leben in der menschlichen Lebensform, wenn sich die Seele nicht mehr um ein Voranschreiten in der ethischen Evolution der Selbstver-wirklichung und Selbsterkenntnis kümmert und in eine ethische Devolution umschwenkt, d.h. sich in den Aktivitäten der unnötigen Gewalt betätigt, wird
ihr die Verantwortung des freien Willens wieder entzogen.
Sie taucht dann in die unteren Regionen der Pyramide ein, wo sie kein negatives Karma mehr anhäufen kann und den tierischen Egoismus ungestört ausleben kann. Wenn die Seele wieder in tierische und pflanzliche Lebensformen eingetaucht ist, kann sie kein Karma mehr anschaffen, sondern nur noch Karma abtragen. Es kann unter Umständen sehr lange dauern bis die Seele wieder einen menschlichen Körper hat, aber diese Zeit ist relativ, denn aus der Perspektive der Ewigkeit der spirituellen Seele sind selbst ein paar trilliarden Leben nur ein unendlich kurzer Traum!
Hier hört auch unser Vergleich mit der Achterbahn in der Pyramide auf, denn im Leben gibt es keine festen Geleise und den mehr oder weniger freien Willen, der, auch wenn er karmisch eingeschränkt ist, das oberste Prinzip im Universum ist.
Wir sehen, unsere Situation in dieser Welt ist, wenn wir nicht achtsam sind und uns unkontrolliert gehen lassen, viel unstabiler als wir gemeinhin denken, denn karmisch negative Handlungen führen zu Unwissenheit (Tama-Guna) und somit zu vermehrt negativen Handlungen und karmisch positive Handlungen führen zu Einsicht und Weisheit und somit zu vermehrt positiven Handlungen.
Mit dem Karma- und Reinkarnationsgedanken wird einem der Wert der ethischen Evolution und die Gefahr von unethischem Handeln erst so richtig vor Augen geführt.
Wenn wir Karma und Reinkarnation und die Instabilität unserer Situation verstanden haben, dann müssen wir alles daran setzen, in diesem Leben die Erleuchtung zu erlangen, um aus dem Kreislauf von Karma, Krankheit, Geburt und Tod herauszugelangen.
In den heute überlieferten
Schriften des Alten Testaments finden sich nur (noch) sehr vereinzelte
Andeutungen auf Karma und Reinkarnation, wobei dies möglicherweise auch damit
zusammenhängen könnte, daß im Verlaufe der Geschichte immer wieder Korrekturen
am Text vorgenommen und bestimmte Lehren bewußt beseitigt wurden.
Deutlicher als das heutige Alte
Testament sprechen sich dagegen diejenigen jüdischen Texte aus, die das
Christentum im Gegensatz zum Judentum nicht als göttliche Offenbarungen
anerkennt.
Mit dem Begriff Kabbala
(hebräisch, wörtlich „Überlieferung“) wird die mittelalterliche jüdische Mystik
und Esoterik bezeichnet, eine Sammlung verschiedener Geheimlehren, welche nach
Auffassung vieler hebräischer Gelehrter die versteckte Weisheit hinter den
mosaischen Texten offenbaren. Die ersten kabbalistischen Schriften stammen aus
der Zeit vom 9. bis 13. Jahrhundert und stehen unter dem Einfluß mannigfaltiger
philosophischer Richtungen. So vereinen sie jüdische, neuplatonische,
gnostische und christliche Lehren mit gewissen Elementen aus der indischen,
persischen und islamischen Religion.
Die Reinkarnationslehre hat auch
die neuzeitliche jüdische Volksbewegung des osteuropäischen Chassidismus
(hebräisch chassidim = „die Frommen“) übernommen, die Mitte des 18.
Jahrhunderts durch Israel ben Elieser (1699–1760, genannt auch Baal
Schem, „Herr des guten Namens“) begründet wurde und eine mystische
Gegenbewegung gegenüber der rationalistischen Nüchternheit des Talmudismus
darstellt. Baal Schem lehrte:
Unter den vielfältigen
Strömungen innerhalb des Islam sind es vor allem die asketisch-mystischen
Sufis, die den Gedanken der Reinkarnation in ihre Lehre aufgenommen
haben. Der Sufismus (von arab. suf = „reine, weiße Wolle“, in die sich
die Sufis kleiden) ist stark durch außerislamische Lehren, wie den
Neuplatonismus und die indischen Philosophien, beeinflußt und blühte vor allem
in Persien.
Aber auch in anderen Strömungen
innerhalb der islamischen Religion tritt der Glaube an die Seelenwanderung
(arabisch Tanasukh genannt) vereinzelt auf. Richard Friedli
schreibt hierzu:
Zum Reinkarnationsgedanken in Europa
Weitere Links zum Thema Reinkarnation im Christentum:
Ein Artikel von Johannes Aargaard über Seelenwanderung aus Sicht der christlichen Kirchen.
http://www.religio.de/dialog/395/395s13.html
Ein Auszug aus dem Buch "Reinkarnation" von Ronald Zürrer über die Verbannung des Reinkarnationsglaubens durch das Christentum im Konzil zu Konstantinopel im Jahr 553.
www.bhakti-yoga.ch/FACTS/ReinkFrChr.html
Hier ist eine neue Webseite über
Rückführung und Rückführungstherapie,
die der Versöhnung zwischen
Reinkarnationsglauben und Christentum
gewidmet ist
www.christliche-reinkarnation.com
Wiedergeburt - Fakten und Folgerungen. Abhandlung über Reinkarnation mit Hinweisen zur Verbreitung, der Wiedergeburt im Christentum, Belegen und Forschungsergebnissen.
http://home.vr-web.de/si.pe/Wiedergeburt
Reinkarnation im frühen Christentum. Ein Artikel über die Verdammung der Lehre der Reinkarnation 553 n. Chr. von 165 Kirchenleuten, sowie Quellen über Reinkarnation in der christlichen Lehre.
www.zeitenschrift.com/magazin/09101-reinkarnation.ihtml
Zum Reinkarnationsgedanken in Afrika
Im Abendland tritt der Seelenwanderungsgedanke schon in der alten ägyptischen Hochkultur (ab 2000 v.u.Z.) auf, wo man ihn vermutlich ursprünglich aus Persien und Indien übernommen und im Lauf der Jahrhunderte abgewandelt und weiterentwickelt hat. Der griechische Historiker Herodot (485–425) erzählt in seinen Historien:
Die Ägypter sind auch die ersten, welche folgende Lehre ausgesprochen haben: daß des Menschen Seele unsterblich sei und, wenn der Leib zugrunde gehe, in ein jeweils entstehendes anderes Lebewesen eingehe; wenn sie aber durch allerlei Land-, Wasser- und Lufttiere gewandert sei, gehe sie wieder in einen entstehenden Menschenleib ein... Diese Lehre haben sich auch einige Hellenen angeeignet, die einen früher, die anderen später, als ob sie ihr geistiges Eigentum sei. (Zweites Buch, 123. Kapitel)
Das altägyptische Wort Khou bezeichnet die Seele der Verstorbenen, die sich nach dem Tode in die Unterwelt (Ker-Neter) begibt, wo die guten und schlechten Taten gewogen und vom Sonnengott Osiris beurteilt werden. Dabei wird das Herz auf eine Waagschale gelegt, während auf der anderen Seite die Gerechtigkeit ruht. Was die Waage zeigt, wird alsdann von Thot, dem Gott der Weisheit, notiert und bestimmt das weitere Schicksal der Seele. Während der Gerechte Aufnahme als Begleiter des Osiris findet, wird der Ungerechte auf dem Unterwelt-Schafott Nemma hingerichtet, wobei ihm ein Nilpferd den Kopf abbeißt. Bevor diese Strafe vollzogen wird, muß die Seele nochmals auf Erden umherirren und viele Prüfungen bestehen, wobei sie die Macht hat, beliebige Körperformen anzunehmen und sowohl in Menschen als auch in einbalsamierte Mumien einzudringen. Offensichtlich kannten die alten Ägypter auch das Phänomen der Besessenheit, wie eine Tempelinschrift bezeugt, die von einer Königstochter berichtet, von der eine „böse Seele“ Besitz ergriffen hatte.
Nachdem die Griechen die Herrschaft über Ägypten errungen hatten, übernahmen sie teilweise die altägyptische Religion und Mythologie und damit wohl auch gewisse Gedanken der Reinkarnationslehre (siehe nächster Teil: Das klassische Altertum).
Bereits Jahrhunderte vor der Ankunft der Europäer blühten auf dem gesamten afrikanischen Kontinent zahlreiche hochstehende Kulturen, wie die großen Reiche von Ghana, Mali und Songhai oder die mächtigen Königreiche von Ashanti, Ife und Benin. Die Stadt Timbuktu in Mali (früherer Sudan) war im 15. Jahrhundert der Sitz einer bedeutenden Universität, die den Treffpunkt vieler afrikanischer Gelehrter bildete. Und fast alle afrikanischen Stämme waren in der einen oder anderen Form mit dem Reinkarnationsgesetz vertraut.
Im „Hibbert Journal“ vom April 1957 berichtet Dr. E.G. Parrinder von der Universität Ibadan (Nigeria), Autor zahlreicher Bücher wie „Die traditionelle Religion Afrikas“ oder „Westafrikanische Psychologie“, in einem Artikel über „Verschiedene Arten des Reinkarnationsglaubens“:
Im tropischen Afrika ist der Glaube an die Wiedergeburt tief verwurzelt. Die Studien, die insbesondere in den letzten vierzig Jahren von Anthropologen und anderen ernstzunehmenden Forschern in den verschiedensten Teilen Afrikas erstellt wurden, haben gezeigt, daß die meisten afrikanischen Völker einen tiefen Glauben an die Reinkarnation besitzen.
Auch der Ethnologe Theodore Besterman, der die religiösen Überzeugungen von über hundert Völkern aus allen Teilen des Kontinents erforschte und systematisierte, kam zu folgendem Ergebnis: 36 Stämme, unter ihnen die kulturell und philosophisch am weitesten entwickelten, glauben, daß die Toten als Menschen auf die Erde zurückkehren; 47 Stämme glauben, sie kämen als Tiere wieder, und 12, als irgendwelche anderen Lebewesen.
Unter denjenigen Stämmen, die an die Wiedergeburt als Mensch glauben, besitzen wohl die Zulus in Südafrika die umfassendste Reinkarnationslehre. Manche Historiker vermuten, daß bereits in vedischer Zeit Verbindungen zwischen dem indischen Subkontinent und Südafrika bestanden, wodurch sich gewisse Ähnlichkeiten mit der vedischen Philosophie erklären ließen. Die Zulus glauben, daß in jedem Körper eine individuelle Seele (Idhlozi) ruht, in welcher seinerseits ein Funke des universellen göttlichen Geistes (I-Tongo) leuchtet. Sie beschreiben darüber hinaus, daß es insgesamt sieben aufsteigende Stufen der menschlichen Existenz gebe, nämlich 1. den Schüler, 2. den Studenten, 3. den Bruder, 4. den Älteren, 5. den Meister, 6. den Wissenden (Isangoma) und 7. den vervollkommneten Menschen (Abakulu-bantu), der nach vielen Inkarnationen einen Zustand erreicht hat, in dem er nicht wiedergeboren werden muß. Er bewegt sich auf der Erde in einem physischen Körper nach seiner eigenen Wahl und kann diese Form nach Belieben entweder behalten oder verlassen. Das endgültige Ziel der Seele ist die Wiedervereinigung mit dem I-Tongo.
In einer westafrikanischen Sprache wird das Phänomen der Reinkarnation mit dem Begriff „wiederkommender Kreis“ beschrieben, wobei bemerkenswert ist, daß derselbe Begriff für eine Kletterpflanze verwendet wird, die sich an einem Pfahl allmählich emporwindet. Bei der Wiedergeburt handelt es sich nach dieser Ansicht also nicht um eine endlose Kreisbewegung, sondern um eine aufwärts strebende Spirale. Der ghanaische Lehrer und Wissenschaftler K. Brakatu Ateko schreibt (1962):
In der westafrikanischen Yoruba-Sprache gibt es Sprichwörter, die das Gesetz des Karma illustrieren – „Wenn Herr Eidechse roten Pfeffer ißt, muß er schwitzen und nicht Frau Eidechse“ oder „Wenn Akosua etwas Böses anrichtet, wird nicht Akua bestraft.“ Die Stämme der Yorubas und Edos, unter denen ich mich vor einem halben Jahrhundert als Lehrer aufhielt, besitzen einen starken Glauben an die Reinkarnation. Zu jener Zeit hatte der Einfluß des weißen Mannes den Glauben und das tägliche Leben des nigerianischen Hinterlandes noch nicht beeinflußt. Zum Beispiel nennen die Yorubas einen Sohn Babatunde, was heißt, „Vater ist zurückgekommen“, und ein Mädchen wird oft Yetunde genannt, „Mutter ist zurückgekommen“. In Ghana hat der Name Ababio, „er ist wiedergekommen“, dieselbe Bedeutung.
Häufig ist man also der Überzeugung, daß die Vorfahren in derselben Familie wiedergeboren werden, oft sogar als ihre eigenen Enkelkinder, und für gewöhnlich wird der Medizinmann des Stammes beauftragt, nach der Geburt eines Kindes zu ermitteln, welcher Vorfahre wiedergekommen sei.
In Nordnigeria herrscht die Vorstellung, daß die Seelen der Toten in der Nähe ihres ehemaligen Hauses in Baumstämmen versteckt auf die Gelegenheit warten, wieder in den Leib einer Mutter einzugehen, und in ähnlicher Weise glauben die Frauen im Süden Nigerias, daß die Seelen ihrer Kinder aus nahegelegenen Bäumen, Felsen oder Wasserstellen, wo sie auf die Wiedergeburt warten, zu ihren Müttern gelangen. Manchmal kommt es auch vor, daß ein Vorfahre einer Frau in einem Traum seinen Wunsch mitteilt, als ihr Kind wiedergeboren zu werden.
Der Bassongo-Stamm besitzt den Glauben, daß die Seele nach dem Tod des physischen Körpers zunächst zu Gott im Zentrum des Erdplaneten gelangt, wo sie nach einiger Zeit (zwischen zwei Monaten und zwei Jahren) vom Heimweh geplagt wird und darum bittet, wieder als Kind auf der Erdoberfläche geboren zu werden, wobei das Geschlecht sich durchaus ändern kann. Einige afrikanische Stämme glauben auch, daß die Seelen der Verstorbenen als Schlangen in ihr ehemaliges Zuhause zurückkehren; diesen wird zuweilen Milch oder Fleisch geopfert, um die hungrigen Vorfahren zu sättigen und damit sie das eigene Haus beschützen mögen.
Der Betsileo-Stamm in Madagaskar lehrt, daß die Adligen als Boa Constrictor wiedergeboren werden, die gewöhnlichen Stammesmitglieder als Krokodile und der Abschaum des Stammes als Aale. In anderen Stämmen herrscht die Meinung, daß die Seelen der Menschen in alle möglichen Tierkörper eingehen, wobei nur Häuptlinge Löwen oder Flußpferde werden dürfen.
Das zukünftige Schicksal hängt, wie beim Karma-Gesetz in der vedischen Philosophie, auch von den Taten im gegenwärtigen Leben ab. Arme und vernachlässigte Menschen zum Beispiel werden zu Schimpansen; die Seele eines Menschen, dessen Nachkommen nicht die erforderlichen Rituale ausgeführt haben, kehrt als einsiedlerisches Tier oder als Verrückter wieder; wer keine Nachkommen besitzt und wessen Familie ausstirbt, wird zu einem Frosch. Allgemein werden die Guten als Menschen oder als nützliche Tiere wiedergeboren, während die Schlechten in den Körper wildlebender Tiere eingehen müssen.
Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß die Afrikaner, im Gegensatz beispielsweise zu den Buddhisten, das Leben auf der Erde als etwas Schönes und Fröhliches und die Reinkarnation als großes Glück für die Seele betrachten. Man findet bei ihnen kaum die Vorstellung, daß dieser Kreislauf letztlich ein Ende haben könnte. Im Gegenteil: Nicht wiedergeboren zu werden wird als schlecht erachtet, und Kinderlosigkeit gilt als Fluch, weil sie den „Fluß der Wiedergeburten“ aufhält.
http://www.rodiehr.de/e_06_zuerrer_reink_inhalt.htm#Kapitel%205
Zum Reinkarnationsgedanken in
Nord-, Mittel- und Südamerika
Die Tlingit-Indianer Alaskas besitzen eine der vedischen Auffassung stark verwandte Vorstellung von Karma und Reinkarnation. Die meisten Anthropologen sind sich heute einig, daß der Ursprung des zivilisierten Menschengeschlechts in Asien, genauer in Indien, liegt und daß die Überwanderung nach Amerika bereits vor Jahrtausenden durch die heutige Beringstraße erfolgte, und zwar zu einer Zeit, da Asien und Amerika durch eine Landbrücke verbunden oder durch eine viel engere Wasserstraße als die heutige Meerenge voneinander getrennt waren.
Der amerikanische Parapsychologe Dr. Ian Stevenson, der in den Jahren 1961–1965 ausgedehnte Studien von Reinkarnationsfällen unter den Tlingit-Indianern betrieb, schreibt in diesem Zusammenhang in seinem Standardwerk „Reinkarnation – Der Mensch im Wandel von Tod und Wiedergeburt“:
Den Beweis dafür liefert die Tatsache, daß Kunst, Architektur, Sitten, Gebräuche und Glaubensvorstellungen der Völker Nordsibiriens denen der Eingeborenen Nordwestamerikas äußerst ähnlich sind. ... Die meisten Anthropologen glauben, daß die Wanderungen aus Asien und der Kontakt zwischen den Kulturen von Asien und Amerika Jahrtausende vor der christlichen Ära aufgehört haben. Einiges Material jedoch legt nahe, daß ein beträchtlicher Kontakt zwischen Asien und Nordwestamerika noch weit bis in die christliche Ära fortbestanden hat, möglicherweise sogar bis kurz vor dem Beginn der historischen Periode in Alaska im 18. Jahrhundert. ... Wir wissen, daß den Tlingits ihr Reinkarnationsglaube nicht von den Europäern übermittelt wurde, da Alaska-Reisende im frühen 19. Jahrhundert den Glauben unter ihnen fest verankert fanden. (S. 234–35)
Die Tlingit-Indianer besitzen in Ergänzung zur eigentlichen Reinkarnationslehre, die für sie selbstverständlich ist, auch eine Vorstellung, die stark mit dem Gesetz des Karma verwandt ist, wenngleich dieser Begriff selbst nicht verwendet wird. Sie gehen davon aus, daß Glück und Unglück von den Taten im vergangenen Leben abhängig sind, und sie haben eine höchst interessante Wissenschaft entwickelt, durch die man anhand der Muttermale eines neugeborenen Kindes eindeutige Hinweise darauf ableiten kann, wer wiedergeboren worden ist. Auch bei den Tlingit-Indianern findet die Wiedergeburt in den meisten Fällen innerhalb desselben Stammes statt.
Auch bei den meisten Eskimostämmen im gesamten Gebiet zwischen Alaska und Grönland finden wir konkrete Reinkarnationsvorstellungen. Dies bestätigt der Forscher Vilhjalmur Stefansson, der über zehn Jahre mit den Eskimos im Coronationgolf lebte. Die Wiederverkörperung als Tier wird nicht ausgeschlossen; eine Eskimofrau zum Beispiel weigerte sich, Walroßfleisch zu essen, nachdem ihr ein Medizinmann mitgeteilt hatte, ihr verstorbener Ehemann sei in den Körper eines Walrosses eingegangen. Es herrscht auch der Brauch, daß ein älterer Eskimo sich ein frisch vermähltes Ehepaar auswählt und sie bittet, ihr erstgeborenes Kind werden zu dürfen. Handelt es sich um einen guten und ehrenwerten Herrn, willigt das Paar ein, worauf er sich in einiger Entfernung zurückzieht und sich selbst tötet, so daß er in der entsprechenden Familie Geburt nehmen kann. Einige Eskimos in Alaska entwickelten gar ein System von fünf aufeinanderfolgenden Himmeln, die einer nach dem anderen jeweils nach einer irdischen Inkarnation erlangt werden, wodurch die Seele allmählich geläutert wird und letztlich Befreiung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten erlangt.
Mindestens einige Dutzend weiterer nordamerikanischer Indianerstämme weisen ebenfalls teilweise weitreichende Konzepte der Reinkarnation auf. So bauten beispielsweise die Hopi in Arizona eine Straße vom Grab eines verstorbenen Kindes zu seinem ehemaligen Heim, so daß die Seele noch einmal als das nächste Kind in derselben Familie geboren werden konnte.
In „Das Buch der Hopi“ schreibt der amerikanische Hopi-Kenner Frank Waters (1902–1995):
MittelamerikaLeben und Tod werden ... nicht als zwei verschiedene Stufen angesehen, in denen sich das zeitliche und das jenseitige Dasein der Menschheit erschöpft, sondern als zwei einander ergänzende Phasen eines immer wiederkehrenden Kreislaufs. Diese Phasen schließen in ungebrochener Stetigkeit aneinander an, bis die Menschheit alle sieben aufeinanderfolgenden Welten in allen sieben aufeinanderfolgenden Universen durchmessen und somit schließlich alle 49 Stufen des Gesamtdaseins vollendet hat. Das liegt im Ritualsystem und in der Symbolik der Hopi offen zutage. ... Das Zeremonialsystem der Hopi beschäftigt sich nicht mit der Auslegung von Glaubensinhalten, durch die das Individuum seine Seele vor der ewigen Verdammnis im Tod retten kann, sondern es stellt einfach den kosmischen Plan dar, in dem sich alle Lebensformen auf die ihnen bestimmten Ziele zubewegen. Der Hopi sucht keine Abkürzung für den Weg des Lebens, sondern er ist zufrieden damit, sich langsam und und im Einklang mit allem Leben ringsum in einem Sinnzusammenhang zu bewegen, in den er durch seine Geburt hineinversetzt wurde. (S. 102f.)
Seit der Entzifferung der Maya-Schrift durch den Religionswissenschaftler Paul Arnold wissen wir, daß die Maya von einer feinstofflichen Existenzebene zwischen zwei inkarnierten Leben überzeugt waren. Bevor der Tote wiedergeboren werden kann, muß er verschiedene Stadien der Läuterung durchlaufen. Seine Wiedergeburt ist von den himmlischen Kräften abhängig, die wiederum von lebenden Menschen (insbesondere vom Priester) mobilisiert werden. Nicht nur der Geschlechtsakt, auch die Anrufung und Beschwörung des Magiers sowie verschiedene Rituale und ein günstiger Zeitpunkt sind erforderlich, um den Verstorbenen auf die Reise zur Wiedergeburt zu bringen. In „Das Totenbuch der Maya“ weist Arnold auf erstaunliche Parallelen zwischen den Jenseitsvorstellungen der Maya und denen des Buddhismus hin.
Bei anderen Stämmen war es üblich, daß sich Frauen, die sich Kinder wünschten, um einen Sterbenden versammelten, in der Hoffnung, seine Seele würde in ihren Leib eingehen. Es heißt auch, daß nur diejenigen, die rein im Herzen sind, sich an ihre vergangenen Leben erinnern können.
Der Brauch des Skalpierens weist darauf hin, daß gewisse Indianer der Auffassung waren, die Seele befinde sich im Haar des Menschen, und in den meisten indianischen Kulturen herrschte der Glaube, daß jemand, der sich freiwillig als menschliches Opfer für die Götter zur Verfügung stelle, im nächsten Leben auf der Erde spezielle Belohnungen ernten werde. Ein anderer weitverbreiteter Glaube besagte, daß die Weißen (Europäer) wiedergeborene Indianerhelden der Vergangenheit waren, die gekommen waren, um sich der Ländereien zu bemächtigen, die sie einstmals besessen hatten. Diese Auffassung könnte auch eine der Ursachen gewesen sein, daß das gesamte Reich der Inkas von einer Handvoll Spaniern zu Fall gebracht werden konnte.
SüdamerikaIn ganz Südamerika, vor allem in Brasilien, ist der Glaube an ein Weiterleben nach dem Tode im Volk tief verankert. Aus den ursprünglichen indianischen, aber auch aus den afrikanischen Elementen in der südamerikanischen Kultur entstanden ein sehr starker Glaube an eine Geisterwelt sowie unzählige Praktiken, die dazu bestimmt sind, diese Welt in den Alltag hineinwirken zu lassen. Dazu gehören auch die okkulte Beschäftigung mit (schwarzer) Magie sowie die Bewußtseinsmanipulation durch Drogen.
Nicht weniger als fünf Prozent der Bevölkerung Brasiliens bezeichnen sich heute formell als Spiritisten, aber es gibt überzeugende Beweise dafür, daß weitere 25% der Brasilianer spiritistisch tätig sind, obgleich sie bei der Volkszählung als römisch-katholisch registriert wurden. Auch hier ist die Auffassung, daß die Seele eines Menschen wieder in Tierkörper eingehen könne, weit verbreitet.
Es läßt sich feststellen, daß das Wissen um übersinnliche Dimensionen gerade in Südamerika meistens dazu verwendet wird, mit Hilfe feinstofflicher Naturmächte das Leben anderer zu beeinflussen, während Hinweise auf das Bestreben, sich aus dem Kreislauf von Geburt und Tod zu befreien, praktisch nicht zu finden sind.
http://www.rodiehr.de/e_06_zuerrer_reink_inhalt.htm#Kapitel%205Das Wissen um die Seelenwanderung ist auch bei den Ureinwohnern Ozeaniens (pazifische Inseln), Indonesiens und Australiens weit verbreitet. So sind zum Beispiel die Dayaks auf Borneo der Ansicht, daß die Seele verstorbener Menschen mehrere Tode durchmachen muß, bevor sie schließlich zu einem Insekt oder einer Urwaldpflanze wird. Mehrere Völker Melanesiens glauben, daß die Seelen für eine gewisse Zeit in einer jenseitigen Welt leben, dort ein zweites Mal sterben und dann zu weißen Ameisen oder irgendwelchen anderen Geschöpfen werden.
Die Einwohner Nordguineas betrachten Affen, Schlangen und Krokodile als heilig, da in ihnen die Seelen der verstorbenen Vorfahren ruhen. Aus dem gleichen Grunde essen gewisse Völker Neuguineas keine Fische, Schweine oder Kasuare. Einige indonesische Stämme schließlich glauben, die Seelen würden wilde Tiger, Nashörner oder Elefanten werden, um in dieser Form ihre Stammesgenossen zu beschützen.
Auf Celebes vertreten die Poso Alfures eine der vedischen Philosophie sehr ähnliche Auffassung von drei verschiedenen Bestandteilen des Menschen: das Lebensprinzip (Inosa), der Intellekt (Angga) und das göttliche Element, die Seele (Tanoana). Letztere verläßt während des Schlafes den Körper und wandert in Träumen, und nach dem Tod wandert sie in gleicher Weise in eine neue körperliche Gestalt weiter. Sie befindet sich auch in den Tieren und Pflanzen.
Eine ähnliche Theorie vertreten auch die sogenannten Kahunas („Hüter der Geheimnisse“) auf Hawaii, deren religiöse Philosophie Huna genannt wird. Nach ihrer Lehre besitzt der Mensch drei Teile, die als „niederes, mittleres und höheres Selbst“ bezeichnet werden. Das niedere Selbst stellt den physischen Körper und die Emotionen dar und das mittlere die Vernunft, während das höhere Selbst die Quelle spiritueller Weisheit und Kraft ist. Dadurch, daß sich eine individuelle Seele am Ende ihrer Evolution durch eine Reihe von Inkarnationen (von Felsen und Gewässern über Pflanzen, Insekten und Vögeln bis zu Säugetieren und schließlich Menschen) diesem höheren Selbst öffnet, kann sie schließlich vollständig „geheilt“, das heißt geläutert, werden.
Die Lehre der Reinkarnation ist nahezu ausnahmslos auch bei sämtlichen Stämmen der australischen Ureinwohner (Aborigines) zu finden, welche glauben, daß alle Lebenden Wiederverkörperungen der verstorbenen Vorfahren sind. Ganz ähnlich wie in den afrikanischen Schilderungen geistert auch hier die Seele nach dem Tode in der Umgebung ihrer ehemaligen Wohnstätte in Teichen, Felsschluchten oder Bäumen umher und wartet so auf eine Möglichkeit, wieder in einen Mutterleib einzugehen. Nach Ansicht einiger Aborigines kann man nur im eigenen Stamm wiedergeboren werden. Auch hier wird der Kreislauf der Geburten und Tode als endlos betrachtet.
http://www.rodiehr.de/e_06_zuerrer_reink_inhalt.htm#Kapitel%205
Er behandelt die Stellung der Wiedergeburt in der Weltgeschichte, in der modernen Wissenschaft, in den Weltreligionen und besonders auch im christlichen Glauben. Gemäss Michael Hesermann (Gründer des Magazin 2000) ist es das beste Buch, das es in deutscher Sprache zum Thema Reinkarnation gibt.
Dieses Buch vermittelt einen vollständigen Überblick über alles, was man über die Wiedergeburt wissen muss und was darüber bis heute bekannt ist. Zugleich ist es eine Herausforderung sogar für diejenigen, die an Reinkarnation glauben...


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